Jan
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InDesigns Versalhöhe: PlugIn und Skript

Von Jochen F. Uebel

id5_icon_oflid6_iconEin Beitrag zum Thema «Grossbuchstabenhöhe» führte zur Vertiefung eines Themas, das Nicht-Schriftsetzern esoterisch anmuten mag, das aber InDesign-Fachleuten häufiger über den Weg läuft: die Versalhöhe. Nachfolgende Abbildung zeigt, was das ist:

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Obgleich alle Buchstaben als einheitliche Schriftgrösse «60 pt» aufweisen, sind sie unterschiedlich gross. Der Grund: Sie entstammen verschiedenen Schriften. Wie  Schriftenhersteller ihre Schriften zeichnen, weicht von Schrift zu Schrift ab.

Nun haben Designer und Layouter ein Problem. Beispiel: Magazintitel. Man probiert Fonts aus – und wird Schriftwechsel zu Schriftwechsel mit neuen Zeichengrössen konfrontiert. Die erforderlichen Nachkorrekturen sind mühsam.

Schriftsetzer arbeiteten früher deshalb gern mit einer Grösse, die objektiv gewesen war: mit der Versalhöhe, der exakten Höhe eines Grossbuchstabens. Moderne Layoutprogramme bieten die Versalhöhe immer noch nicht an. Dass man mit verschiedenen Methoden die Versalhöhe wenigstens auslesen kann, ist nur ein schwacher Trost. Benötigt wird ein Hilfsmittel, das die gewünschte Versalhöhe auch editieren kann.

Wie für QuarkXPress gibt es für InDesign (CS2, 3, 4) ein 100-Euro-PlugIn, das den Job gut erledigt: TypoX von Joachim Lauterbach. Das PlugIn zeigt und editiert in einem Bedienfeld nicht nur die Versalhöhe, sondern auch den Zeilenabstand: beides in Millimetern. Die kostenlose Testversion arbeitet in 1seitigen Dokumenten, die Vollversion ist von dieser Beschränkung befreit. Nachteil: Sind Zeichen unterschiedlicher Schriften ausgewählt, werden die Versalhöhen nur proportional skaliert, aber nicht vereinheitlich. Anzeige oder Eingabe in pt ist nicht möglich.

Zweitens hat die laufende Diskussion zum Thema ein kostenloses Skript von Martin Fischer reaktiviert, das seit einer Überarbeitung von Gerald Singelmann hier bereitsteht. Die Einschränkungen dieses Skripts: Die betroffenen Textrahmen dürfen nicht bis auf das letzte Zeichen gefüllt sein (das Skript wandelt Referenzzeichen vorübergehend in Pfade um), eine Anzeige in Millimetern ist noch nicht möglich (wohl aber ihre Eingabe) und es kann nicht, wie das JoLauterbach-PlugIn, den Zeilenabstand in Millimetern anzeigen. Superklasse wäre natürlich, wenn das Skript keinen Dialog provozierte, sondern ein Bedienfeld, das geöffnet bleiben kann.

Und so kann man damit arbeiten:

Man wählt ein Referenzzeichen, startet das Skript und kopiert die Versalhöhe.

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Nun aktiviert man alle Zeichen, startet das Skript wieder und gibt die kopierte (oder eine andere) Versalhöhe ein.

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Die Zeichen sind jetzt alle gleich hoch, ihre Schriftgrösse logischerweise aber nunmehr verschieden.

Tipp im Tipp: Wer an dem Skript Gefallen bekommt, es aber nicht jedesmal durch Doppelklick starten will, gibt ihm einen Tastaturbefehl mit auf den Weg.

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