InDesign: Von Wechslern, Greifern, Verlierern – und einer neuen Freiheit
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Kennen Sie den? In einem InDesign-Layout wollen Sie etwas greifen, um es z.B. zu verschieben – und bewegen doch wieder etwas vollkommen anderes. Hier zeige ich Ihnen, worauf Sie achten müssen, damit Ihnen das künftig nicht mehr passiert.
Das Geheimnis: InDesign warnt Sie immer vor solchen Fehlgriffen. Beispiel: übereinanderliegende Objekte. Angenommen, Sie wollen das Bild unter dem Text verschieben, klicken brav durch die Schichten hindurch (Apfel-Klick bzw. Strg-Klick) und aktivieren das Bild:

Nun der Klick zum Ziehen – und Fehlanzeige! Sie ziehen den Textrahmen. Probieren Sie es aus.
Dabei hat InDesign Sie gewarnt! Schauen Sie genau hin: Der Pfeil zeigt das kleine schwarze Quadrat an seiner Seite nicht zum Spass. Das Quadrätchen sagt Ihnen sogar gleich Zweierlei. Erstens: «Ich sehe an dieser Stelle ein Objekt, das ich aktivieren könnte.» Zweitens, in logischer Konsequenz: «Wenn Du jetzt klickst, aktivere ich das. Die bisherige Auswahl geht dann natürlich verloren.»
Das ist so regelhaft, dass ich seit Längerem diesen Zeiger «Wechsler» nenne: Er wirft immer die momentane Auswahl über den Haufen. Entweder aktiviert er was ganz anderes oder etwas Zusätzliches (Shift).
Machen Sie’s anders. Wenn Sie den Pfeil nämlich etwas hin- und herfliegen lassen, entdecken Sie, dass er tatsächlich an manchen Stellen sein Aussehen verändert: Dann verliert er seinen Schaft, als wäre er am Ziel angelangt, zeigt nur noch die Pfeilrspitze: und kann Markiertes gefahrlos greifen und bewegen. Immer.

Das ist so regelhaft, dass ich diesen Pfeilzustand seit Längerem schon «Greifer» nenne: weil er die momentane Auswahl greifen und bewegen kann.
Sie werden schnelll feststellen, dass es prominent zwei Stellen sind, an denen der sichere Greifer auftaucht: über dem Mittelpunkt eines jeden Objekts und über den Kanten.
Nur manchmal, wenn etwas Winziges bewegt werden soll (und Sie zu bequem sind, zu zoomen
), funktioniert das nicht. Bei Winzlingen überdecken die Skalierungshenkel alles andere, auch Mittelpunkt und Kanten (s.u.). Hier hilft ein Trick, den Hans Haesler im InDesign-Forum von HilfDirSelbst zum Besten gab: das Objekt nicht vorher aktivieren! Sondern stattdessen beim Aktivieren (ein Klick) die Maus gedrückt halten und das Objekt sofort schieben. (Darüberliegen darf bei dieser Technik allerdings nichts, was aktiviert werden könnte. Aber ob das der Fall ist, haben Sie ja soeben gelernt.)
Und es gibt noch einen dritten Pfeilzustand: «der Pfeil an sich»: Er ist witzigerweise der, der so gut wie gar nichts macht in InDesign. «Der tut nix.» Das einzige, was er kann und tut, ist, jegliche Auswahl aufheben. Ich nenne ihn deshalb den «Verlierer»:
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Ein ganz besonderer Hinweis aber stammt – mal wieder – von Gerald Singelmann: Er wies uns schon vor einem halben Jahr darauf hin, dass das Symbol des überaus vernachlässigten Frei Transformieren-Werkzeugs – Shortcut: E – nicht umsonst den Greifer im Wappen führt! Mit Geralds Worten: «Damit greifen Sie das markierte Objekt irgendwo, egal ob was drüber liegt oder nicht.»

Ich denke, mit diesem Wissen werden Sie künftig auf manchen Klick verzichten können – und die Klicks, die Sie dann setzen, werden sitzen!


3 Kommentare
Februar 1st, 2009 at 17:50
Danke
)
Gruß
Quarz
Februar 2nd, 2009 at 17:16
Hallo Jochen,
ein toller Beitrag! Vielen Dank. Ich hatte in meinem Beitrag “Objekte aktivieren und bewegen in InDesign” ja auch mal Versucht dem ganzen auf den Grund zu gehen. Aber wie das so ist man lernt immer wieder was dazu!
Die Version von Herrn Haesler war mir neu und auch der Trick mit dem [E] war mir bis jetzt durchgegangen!
So, ich werde jetzt direkt mal deinen Beitrag in meinem aufnehmen.
Beste Grüße
Tim
Februar 3rd, 2009 at 09:05
Die [E]hre gebührt Gerhard Singelmann