InDesign: Die Flucht der Grossbuchstaben
Von![]()
Magazine und Zeitungen verlangen es täglich: «Hängt die Bilder am Zeilenraster des Textes auf!» Mit der netten Nachforderung, doch bitte leicht versetzt zu arbeiten. Gewünschte Flucht: die Grossbuchstabenhöhe. (Sehnsüchtig geht der Blick zurück zu QuarkXPress, das seit seinem 8er-Sprung diese und weitere Raster im Angebot führt.)
InDesignler helfen sich mit etwas bäuerlicheren Methoden: Ihre Einrastfurchen fürs Bild ziehen sie sich mit Mustervorlagen-Hilfslinien, auf einer eigenen Ebene. Eine robuste und simple Lösung, wenn über längere Zeit hinweg das Raster «steht».
Das Thema wurde gerade auch intensiv auf www.hilfdirselbst.ch diskutiert. Eine Diskussion, die mich anregte, über eine Lösung nachzudenken, die ohne Hilfslinien und ohne Skript auskommt (die favorisierten Lösungen in jener Diskussion). Und in der Tat: Solch eine Lösung kam mit CS3 auf den Tisch. Gegenüber Hilfslinien hat sie ein entscheidenes Plus (ein Manko hat sie auch, siehe unten): Sie kann dokumentübergreifend gesteuert werden – per Objektstil. Gemeint ist – das Grundlinienraster des Textrahmens. Das sich ebenso auf die fixen Bezugsgrössen «Seitenkante» und «Seitenrand» beziehen kann wie das Dokument-Grundlinienraster auch.

Sind beide Raster zueinander versetzt, hat man es: ein Oberkantenraster, das dem Rhythmus des Grundlinienrasters folgt. Da nur das Dokument-Grundlinienraster für Objekte magnetisch ist, wird das Rahmenraster zum Grundlinienraster.

Einen Schönheitsfehler jedoch hat diese Lösung ohne Frage: Da das Grundlinenraster des Textrahmens, wie gesagt, nicht magnetisch ist und ausserdem über den Textrahmen nicht hinausreicht, fehlt dem auszurichtenden Bild eine magnetische Flucht für seine Unterkante. Soll auch diese auf ein Textraster gestellt werden, bleibt nur wieder die erwähnte Lösung des «klassischen» Hilfslinienrasters – oder aber ein Skript, mit dem man so arbeitet:
Man benutzt nur das Grundlinienraster des Dokuments. An ihm hängt man Oberkante und Unterkante des Bildes auf. Die Oberkante steht nun zu hoch: um einen festen Betrag oberhalb der Grossbuchstabenhöhe. Diesen Überhang reduziert das Skript automatisch. (Das Skript arbeitet im Moment noch, wie soll ich sagen – «semiautomatisch»; es muss in der gegenwärtigen Fassung in einem kleinen 8-Schritte-Vorgang justiert werden: Es erkennt noch nicht eigenständig die Versalhöhe (wohl aber das Grundlinienraster). Aber das macht man, erstens, nur einmal, ab dann merkt es sich, wie es zu arbeiten hat: Und zweitens können Skripte auch weiterentwickelt werden. Es lohnt sich also, die Seite, auf der es steht, im Blick zu behalten.

Das durch die HDS-Diskussion entstandene Skript von Hans Haesler (letzte Version ganz unten im Thread) darf von all denjenigen benutzt werden, die HilfDirSelbst-Premium-Mitglied sind (Jahresbeitrag 25 Euro). Hier gelangt man zur Registratur. Den Hinweis auf den Premium-Bereich findet man ganz unten auf der Seite.


3 Kommentare
Februar 6th, 2009 at 08:12
Hey, danke! Sehr cooler Tipp! das manuelle immer noch ein wenig runter ziehen ging mir schon auf den zeiger. Kür wäre jetzt ein Grundlinienraster für die Bilder, welches sowohl die Großbuchstabenhöhe als auch die Grundlinie des Textrasters trifft. Weil im Prinzip hat man dann jetzt unten die Tüddelei das Bild auf Höhe des Textes zu bringen.
Februar 6th, 2009 at 08:12
Ooops! Da ging gleich dreimal was schief heute Nacht (nachdem ich das Vergnügen hatte, eine Stunde in einem stehenden Zug auf Weiterfahrt zu warten und entsprechend müde nach Hause gekommen war):
Erstens war der Text noch nicht vollständig; er sollte in einer späteren Woche erscheinen. Zweitens fehlte deshalb noch die Abbildung. Und drittens sollte heute überhaupt ein anderer Beitrag stehen: den ich in meinem Tran aber versehentlich auf den «6. März» gestellt hatte.
Auch das ist Blogger-Alltag: Wenn der Zeitpunkt zum schnellen Schreiben ungünstig ist, gibt es schnell mal ein Malheur.
In einer halben Stunde wird auch der Text vollständig sein …
Februar 7th, 2009 at 08:03
Inzwischen wurde das Skript weiterentwickelt; es trägt jetzt die Versionsnummer 410: und es wird sicher nicht da stehenbleiben. Ich habe den Artikel entsprechend angepasst.