Apr
17

InDesigns Rahmenwerkzeuge

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id5_icon_oflid6_iconWie ziehen Sie Rahmen auf? Logisch, mit dem Rahmenwerkzeug. Aber mit welchem? InDesign kennt bekanntlich drei Rahmenwerkzeuge:

Textrahmen das Textwerkzeug (es ist startklar fürs Rahmenziehen, wenn der Textwerkzeug-Zeiger ein punktiertes Rechteck zeigt):

rechteckrahmen das von Adobe so genannte «Rechteckrahmen»-Werkzeug» (es steht im 2spaltigen Werkzeug-Bedienfeld an Platz 7 und zeigt ein Diagonalkreuz; ich nenne es «leeres» oder «neutrales» Rahmenwerkzeug);

rechteck-werkzeug das von Adobe so genannte «Rechteck-Werkzeug» (es steht im 2spaltigen Werkzeug-Bedienfeld an Platz 8 und zeigt kein Diagonalkreuz; ich nenne es «gefülltes» Rahmenwerkzeug).

Wann benutzen wir welches?

Textrahmen Textwerkzeug-Rahmen
Ganz klar: Mit diesem Werkzeug ziehen wir immer dann Rahmen auf, wenn der künftige Rahmeninhalt Text sein soll. Die Eigenschaften dieser Rahmen legen Sie vorab fest, solange nichts aktiviert ist: via Textrahmenoptionen, via Zeichen- und Absatzeigenschaften oder sogar, im Bedienfeldmenü der Objektstile, via Standard-Textrahmenstil.

rechteckrahmen «Durchgeixtes» Rahmenwerkzeug
Mit diesem Werkzeug ziehen wir alle anderen Rahmen auf. Die Eigenschaften dieser Rahmen sind immer gleich: Sie greifen nie Voreinstellungen auf. Keine Flächenfarbe, keine Konturfarbe, keinen Objektstil. Wird solch ein Rahmen via Objekt > Inhalt zu einem Textrahmen, steht der entstehende Textabschnitt, wie im Beitrag vom 15. April gezeigt, immer auf InDesigns Urformatierung «Times, 12pt, Automatischer Zeilenabstand» usw.
Interessant: Alle Rahmen, die von InDesign automatisch erzeugt werden – beim Platzieren, beim Abarbeiten von Übersatztext – werden ebenfalls von diesem Werkzeug erstellt. Ausnahmslos!

rechteck-werkzeug Nicht «durchgeixtes» Rahmenwerkzeug
Dieses Werkzeug benutzen wir nie. Begründung: Es greift immer voreingestellte Flächen- und Kontureinstellungen auf. Also müssen wir vor seiner Nutzung alles deaktivieren – damit wir überhaupt erst einmal sehen, wie diese Einstellungen im Moment ausschauen (Flächenfarbe, Konturfarbe, Konturstärke, Objektstil): ein mühsamer Zwischenschritt. Zweitens können, wenn seine Flächenfarbe auf «[Ohne]» steht, seine Rahmen nicht flächig anfassen. Greifen lassen sie sich nur an der Rahmenkante. Es sei denn, ich wechsle für diese simple Operation jedes Mal ins Frei-Transformieren-Werkzeug: Auch wieder ein umständlicher Zwischenschritt.

Insbesondere eine eventuell voreingestelle Kontur ist, die Praxis zeigt es Tag für Tag, gefährlich: Haben wir rausgezoomt und die Kontur steht auf «Schwarz 1pt», sehen wir nicht mehr deutlich, was wir gemacht haben: Solche Rahmen unterscheiden sich bei kleinem Zoom kaum von Rahmen, die keine Kontur haben. Es sei denn, wir wechseln in die Vorschau-Ansicht: Schon wieder ein umständlicher Zwischenschritt.

Ich habe bislang erst eine einzige, äusserst exotische, mit Sicherheit sehr, sehr seltene Situation entdeckt, in der fürs Konstruieren von Rahmen dieses «nicht durchgeixte» Rahmenwerkzeug tatsächlich förderlich ist.

Was aber tue ich, wenn ich eben doch sofort Flächen- und/oder Konturfarbe haben will?
Diese Frage macht nur Sinn, wenn es um mehrere, viele Rahmen geht. Und in diesem Fall arbeitet man mit ganz anderen Methoden – nicht mit dem semi-händisch einzustellenden «nicht durchgeixten» Rahmenwerkzeug. Sie bleiben stattdessen im «durchgeixten», neutralen Rahmenwerkzeug, legen aber nun Objetstile an, die Sie diesen Rahmen verpassen, packen das Ganze evtl. in eine Bibliothek, exportieren es als Snippet: etc.: Dinge, die in unseren Advanced-Kursen ausführlich behandelt werden.
Keine Nutzung also des «nicht durchgeixten» Rahmenwerkzeugs. Es ist, zumindest für Anfänger, absolut tabu. Es ist fürs erste überflüssig wie ein Kropf.

Warum ich das so scharf formuliere? Weil ich Widerspruch provozieren will. Wer benutzt das Rechteck-Werkzeug? Und warum?

Übrigens: Powertipps und spannende Diskussionen über InDesign gibt’s auch in meinem InDesign-Inside-Kurs. Aber Achtung: nur für InDesign-Profis! Einzelheiten zum Kurs:
>> http://www.smi.ch/anmeldung/layout-prepress.html

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