InDesign CS4-Bug: Textformatierungen leerer Rahmen und Zellen verschwinden beim Export
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So arbeiten viele Magazine und Zeitungen: In leeren Textrahmen und Tabellenzellen wird formatiert. Rahmen oder Zellen werden in eine Bibliothek gepackt. Der Layouter holt sich später gewünschte Elemente aus der Bibliothek zurück – und freut sich, dass Schrift, Schriftgrösse, Zeilenabstand etc. schon fertig eingerichtet sind. Das funktionierte klaglos – bis CS3.
InDesign CS4 jedoch wurde vergesslich: Werden dort leere (!) Textrahmen und Zellen in Bibliotheken gepackt oder als Snippet oder InDesign Markup Language-Datei (IDML) exportiert, geht die Textformatierung verloren: Absatzformat, Zeichenformate, manuelle, formatlose Formatierungen – alles weg. Stattdessen arbeiten in allen leeren Zellen und Rahmen genau die Eigenschaften, die der User sieht, wenn nichts aktiviert ist: die typografischen Grundeinstellungen seines Dokuments.
Wurde mit Zellenformaten gearbeitet, bleiben diese wenigstens erhalten – und bringen auch «ihre» Absatzformate wieder mit. Nur: Angewandt sind die Absatzformate nicht mehr.
All das ist nicht nur ärgerlich, sondern gefährlich. «Ich schicke Dir die Bibliothek – die leeren Rahmen dort sind schon alle vorformatiert»: funktioniert so nicht mehr.
Workarounds: Bis Adobe diesen schlimmen Fehler korrigiert hat, haben Sie drei einfache Workarounds zur Wahl:
- Stellen Sie vorher in die Rahmen und Zellen etwas Text. Denn: Formatierte Zeichen verlieren ihr Formatgedächtnis nicht. Es genügt schon ein Leerschlag, der aber vielleicht übersehen wird. Deshalb lieber etwas wie «Xxx» oder, sehr ordentlich, ein Hinweis auf das arbeitende Absatzformat: «Titel 18 pt», «Grundschrift ohne Einzug», usw.. Oder:
- Verpassen Sie den leeren Rahmen vorher einen Objektstil, der das gewünschte Absatzformat aufruft (funtkioniert natürlich nicht bei Zellen). Oder:
- Erstellen und füllen Sie die Bibliothek in CS3 und öffnen Sie sie dann in CS4: ein Trick, den wir Ralf Hobirk verdanken. Heisst natürlich, dass CS4-spezifische Eigenschaften nicht in solch einer Bibliothek auftauchen können: beispielsweise Zeilenstile, GREP-Stile o.Ä. (Ralf Hobirk war es auch, der den Bug zum ersten Mal angesprochen hatte, auf HilfDirSelbst.)
Ich gehe davon aus, dass Adobe mit dem Bugfix nicht allzu lang auf sich warten lassen wird: InDesign-Guru David Blatner hat unseren Hinweis vorgestern aufgegriffen.


2 Kommentare
April 29th, 2009 at 07:03
Gratuliere Jochen,
Ein «Ritterschlag» von David Blatner!
April 29th, 2009 at 08:13
Der Schlag gebührt Ralf. Er hatte den Bug bei Zellen entdeckt. HilfDirSelbst-Admin Kai Rübsamen hatte gegengetestet. Mir fiel danach auf: Der Bug tritt in allen Textrahmen auf (Tabellenzellen sind, technisch, nichts anderes), und er tritt nur in leeren Rahmen auf. Den Workaround über CS3 entdeckte Ralf, zwei andere – Rahmen füllen und Objektstil – formulierte ich und stellte sie zum Gegencheck auf HilfDirSelbst zur Diskussion. Nun hoffen wir alle, dass angesichts David Blatners Blogmacht Adobe schnellstens korrigieren kann. Dann war das eine echte Gemeinschaftsleistung!