InDesigns skalierende Objekte
Von Jochen F. Uebel
Das hätten wir gern: Objektstile, die Inhalts-Skalierungen weiterreichen. Bis dieser Wunsch erfüllt werden kann, ist InDesign jedoch nicht gänzlich hilflos. Ein passabler Weg führt über die Voreinstellungen: In der Karte Allgemein schalten wir Bei Skalierung > Skalierungsprozentsatz anpassen an. (Wir merken auf: Die Standardoption Auf Inhalt anwenden ist jetzt automatisch ausgeschaltet – offenbar also eine simple Entweder-Oder-Funktion.)

Nun die Probe aufs Exempel: Wir skalieren nach dieser vorgenommenen Einstellungsänderung einen leeren Rahmen auf 50% (über das Prozentfeld). Wir verlassen das Skalierenfeld und sehen: Die 50% bleiben stehen, sind also jetzt Objekteigenschaft. Spannend.

Härtetest: Wir platzieren in diesen 50%-Rahmen ein Bild. Wir wählen das Bild aus: es hat, wie zu erwarten, die 50% angenommen. Wir sagen also Bingo: Hier ist eine einfache Technik, ankommende Bilder vollautomatisch auf gewünschte Skalierungen zu setzen.

Verständnis: Skalierungsprozentsatz anpassen sorgt dafür, dass sich Objekte ihre Skalierungen merken – um sie immer wieder an ihre ankommenden Inhalte weiterzureichen. Ein Rahmen, auf «50%» eingestellt, wird zum Dauerhalbierer.
Auf Inhalt anwenden hingegen, wir sagten es schon, ist nur der Gegenbefehl: Skalierungsprozentsatz nicht anpassen. Der vorhandene Skalierungsprozentsatz – meist «100%» – bleibt dann unverändert. Vielleicht hat ja Adobe ein Einsehen und sagt’s bei CS5 etwas einfacher – zum Beispiel so:
Nun noch einige Regeln dieser Funktion:
Inhaltskalierung schlägt Containerskalierung
Wird der Inhalt des Containers nachträglich direkt skaliert (seine Skalierung ist jetzt nicht mehr identisch mit dem Skalierenfaktor des Rahmens), dann wird diese Inhaltskalierung zum herrschenden Faktor. Sprich: Kommt ein neues Bild, bleibt die Rahmenskalierung aussen vor. Stattdessen bestimmt das ersetzte Bild, wie das neu Ankommende skaliert wird. Inhaltskalierung schlägt Containerskalierung.
Inhaltabmessung schlägt Container- und Inhaltskalierung
… wenn Voreinstellungen > Dateihandhabung > Bildabmessungen beim erneuten Verknüpfen erhalten gewählt worden ist. Beispiel:
Das ursprüngliches Bild (s.o.) war 50,8 mm breit. Der Anwender wünscht sich, dass das alternative Motiv ebenfalls 50,8 mm breit werden soll. Voreinstellungen > Dateihandhabung > Bildabmessungen beim erneuten Verknüpfen erhalten macht genau das: Es ignoriert die Prozentsätze von Container und Inhalt; stattdessen gelten die nackten Millimeterwerte. Eine Einstellung, die übrigens programmweit wirkt: Sie ist keine Dokumenteinstellung.

Skalierung wirkt weiter
Schalte ich in den Voreinstellungen Skalierungsprozentsatz anpassen wieder aus, dann behalten skalierende Rahmen ihre Skalierenfunktion.
Skalierung wird verrechnet
Schalte ich in den Voreinstellungen Skalierungsprozentsatz anpassen aus, sind die Folgen weiterer Skalierungen das Ergebnis einer Bruchrechnung.
Beispiel 1: Rahmen steht auf 50% und wird mit 25% skaliert. Ergebnis: Die Rahmenmasse werden halbiert (25 : 50 = 1/2).
Beispiel 2: Rahmen steht auf 50% und wird mit 200% skaliert. Ergebnis: Die Rahmenmasse werden vervierfacht (200 : 50 = 4).

Skalieren abschalten
Wie nimmt man solchen Rahmen ihre Skalierenfunktion wieder weg? Einen entsprechenden Befehl wünscht man sich im Kontextmenü, findet ihn aber leider nur in den Bedienfeldmenüs von Steuerung oder Transformieren: Skalierung als 100% neu definieren. Einen Tastaturbefehl kann man über Bearbeiten > Tastaturbefehle…, Produktbereich «Bedienfeldmenüs», zuordnen.
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