Nov
18

InDesign: Unterstreichen mit Unterlängen-Aussparung

Von Jochen F. Uebel

indesign_icon_klSie müssen in InDesign unterstreichen und wollen die Unterlängen aussparen?
So erledigen Sie den Job sicher und schnell:

  1. Markieren Sie nicht unterstrichenen Beispieltext mit Unterlängen.
  2. Erstellen Sie ein Absatzformat für diese Formatierung und wenden Sie es an.
  3. Erstellen Sie ein erstes Zeichenformat für Stärke, Position und Farbe Ihrer Unterstreichung.indesign_unterstreichung
  4. Erstellen Sie ein zweites Zeichenformat, das lediglich die Zeichenkontur «[Papier]» und z.B. 0,5 pt Stärke aufweist.indesign_kontur_aussparend
  5. Unterstreichen Sie mit Zeichenformat 1.
  6. Erstellen und sichern Sie eine GREP-Suche, die allen in Frage kommenden Zeichen mit Hilfe von Zeichenformat 2 eine weisse Kontur verpasst. Der GREP-Ausdruck lautet: [fgjpqyJQ(),;„34579].
    GREP_unterlaenge_aussparenDie eckigen Klammern definieren das Set, die Zeichengruppe, die verändert werden soll.

Ergebnis

jue_0911_010

Weitere Zeichen können in den GREP-Ausdruck eingefügt werden: innerhalb der eckigen Klammern. Reihenfolge egal.

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6 Kommentare

1

So kann man es machen.
Und so habe ich das auch schon gemacht.
Mit dem Bewusstsein, dem Durchstreichen der Unterlängen technisch elegant ein Schnippchen geschlagen zu haben.

Aber ob das schön ist, das ist eine andere Frage.

Die Typo-Päpste Forssman und de Jong zum Beispiel lehnen diese Aussparungsmethode ab.
Siehe auch

Martin Fischer

3

[...] man mit dem InDesign-Feature “Skriptbezeichnung” anfangen kann (engl.). ♦ Mit Grep Unterlängen nicht unterstreichen” ♦ Ebenenkompositionen aus Photoshop in InDesign verwenden. ( Video, engl.) Tags: bilder, [...]

4

Hallo Martin
Aus typographischer Sicht würde ich dich unterstützen und Unterstreichungen immer dort vermeiden, wo es möglich ist. In vielen wissenschaftlichen Anwendungen geht es aber (vor allem bei den Historikern wegen der Authentizität der Quellenwiedergabe) nicht ohne eine solche Formatierung. Und da ist Jochens Tipp eine sehr brauchbare Lösung …

Zur Ergänzung von Jochens Tipp:
Du hast eine sehr dünne Outline verwendet, die bei deiner Schriftgröße nicht unbedingt ausreichend ist (aber sein kann). Dadurch entsteht der Eindruck, dass man eine dünne Linie verwenden muss, um die Nachbarbuchstaben nicht zu “beschädigen”.
In InDesign braucht man aber eine solch geringe Strichstärke nicht verwenden, da der Unterstrich (ebenso wie die Absatzlinie) ganz unten zu liegen kommt, darüber liegt dann die Outline und oben darauf erst der Buchstabe. So deckt die Outline zwar immer die Striche aber nie den benachbarten Buchstaben ab.
Der Durchstreichungsstrich liegt allerdings oberhalb der Kontur und wird nicht abgedeckt … (wäre ja auch unlogisch … er soll ja durchstreichen!)
Wenn man also eine Durchstreichung mit einem ähnlichen Effekt erzielen möchte, muss man eine Absatzlinie verwenden und diese entsprechend positionieren. Dann wird die Kontur wieder wirksam.

BTW: Wiedermal ein schönes Beispiel für die “zerstörungsfreie” Formatierung mit Absatz-GREPs. Du hast es zwar mit der Ersetzefunktion gemacht. Es geht natürlich analog auch mit einem solchen regulären Ausdruck im Absatzformat.
Gruß Frank

5

Was spricht dagegen einfach bei der normalen Unterstreichung schon die Textkontur zu aktivieren?
Den Text könnte man so oder so nur dort verwenden, wo der Hintergrund auch der Konturenfarbe entspricht.

6

Hallo FE!
Ich gebe Dir recht: Wenn schon unterstreichen, warum nicht gleich auch die aussparende Kontur, für alle Zeichen! Vielleicht ist es die Sorge, auf diese Weise kritische Einzelfälle leichter zu übersehen, aus der heraus ich – bislang – lieber die Konturierung auf bestimmte Zeichen einschränke. Denn was Frank sich wünscht, ist ja leider noch nicht Realität: Nur in den Standardeinstellungen sieht es so aus, als verschone die Kontur die Zeichen – weil sie (siehe Bedienfeld «Kontur») erst einmal nach aussen gerechnet wird.
Das schont zwar den konturierten Buchstaben – greift aber schnell das Zeichen an, das links von ihm steht.
Je globaler ich also konturiere, desto eher, so dünkt mir, übersieht man solche Angriffe von Kontur auf Zeichen davor.
@ Frank: Happy Birthday!

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