Dez
02

InDesigns Bedienfelder, Folge 2: «Textabschnitt»

Von Jochen F. Uebel

simplify-your-indesignIn loser Folge durchstreifen wir InDesigns 44 Bedienfelder (bitte klicken). Die Ziffern zeigen, in welcher Folge dieser Serie ein Bedienfeld behandelt wird.

Mein zweitliebstes Bedienfeld: «Textabschnitt»

Sie finden dieses Bedienfeld, wie alle anderen Bedienfelder auch, im Menü «Fenster». Dort – wie könnte es anders sein («Textabschnitt»!) – in der Gruppe «Schrift und Tabellen».

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Warum mein Zweitliebstes? Leser von Folge 2 werden es ahnen: Weil auch dieses Bedienfeld so herrlich wenig kann.

Aber der Reihe nach. Zuerst die Begriffsbestimmung: Was ist ein «Textabschnitt»? Ganz einfach. Setzen Sie mit Ihrer Text-Einfügemarke den Cursor in einen beliebigen Text. Dann wählen Sie Bearbeiten > Alles auswählen. Aller Text, der jetzt markiert ist – ist ein Textabschnitt. Schlusszeichen: der «Gartenzaun»:

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< Dieses Zeichen markiert das Ende eines jeden Textabschnitts.

Und die einzige Eigenschaft, die Sie in einem Textabschnitt global ein- oder ausschalten können, ist der «Optische Randausgleich». Was macht er? Sehen Sie selbst:

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Links ohne, rechts mit «Optischem Randausgleich».

Sehen Sie links, wie der Text bei den Trennungen eingebeult scheint? Rechts hingegen: perfekt. An sich also eine gute, notwendige und typografisch in jeder Hinsicht richtige Sache.

Bis dann das grosse ABER kommt:

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Links wieder ohne, rechts mit «Optischem Randausgleich».

Sehen Sie rechts, wie jetzt die Aufzählungszeichen über die linke Satzkante hinausragen? Das darf hier natürlich auf gar keinen Fall sein. Und auch in anderen Situationen – Schriftgrössenwechsel innerhalb des Textabschnitts – kommt es zu unerwünschten Ergebnissen.

Also doch lieber standardmässig ausschalten? Nein. Denn: Sie können den «Optischen Randausgleich ignorieren»! Absatz um Absatz und also Absatzformat um Absatzformat. Schauen Sie mal ins Bedienfeldmenü Ihres Bedienfeldes «Absatz» hinein oder in den Dialog «Einzüge und Abstände» in jedem Absatzformat:

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Meine Randausgleich-Voreinstellungen

  • Textabschnitt: immer an
  • Absatz: immer aus («Optischen Rand ignorieren», siehe Abb. oben)
  • Aktivierung: absatz- bzw. absatzformatweise

Arbeite ich so, dann brauche ich mich um das Bedienfeld «Textabschnitt» kaum mehr zu kümmern: nutze den Optischen Randausgleich dann aber weitaus häufiger, als wenn er standardmässig ausgeschaltet ist.

Nur die Stärke des Randausgleichs gilt es fallweise einzustellen. In der allerersten Abbildung ganz oben steht ihre Kraft auf «12 pt». Es gilt: Grosse Schrift – tendenziell grössere Kraft einstellen, kleine Schrift – tendenziell kleinere Kraft einstellen. Eine 1:1-Entsprechnung ist nicht erforderlich.

Übrigens, Preisfrage ohne Preis (ausser dem der Ehre): Wie kopiert man einen Textabschnitt mitsamt seinen Eigenschaften?

Die Serie ist kein Hilfe-Ersatz. Dafür gibt es unsere Kurse, gibt es Fachbücher und im Internet Fachartikel en masse. Sie ist vielmehr ein entspannter Streifzug mit Hinweisen auf versteckte Kleinigkeiten: die man im InDesign-Alltag gern übersieht.

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3 Kommentare

1

[...] Expression Testing Tool. ♦ Jochen Uebel in seiner Reihe über die InDesign-Bedienfelder: Textabschnitt mit Optischem Randausgleich ♦ Eine GREP-Formel aus der Nähe betrachtet (engl.) Tags: grep, Skripten, text, [...]

2
Michael BrauchNo Gravatar
Juli 22nd, 2010 at 17:23

Preisfragenantwort:
mit der Pipette alle Eigenschaften übernehmen?

3
Jochen F. UebelNo Gravatar
Juli 25th, 2010 at 23:12

Nein, aber die Frage ist so alt, dass jetzt ruhig eine Auflösung kommen darf: Ctrl+A (Win) bzw. cmd+A (Mac). Die Pipette hingegen ist nur für das Kopieren von Eigenschaften, je nach Pipetten-Voreinstellung – und pickt immer nur solche auf, die sich unter der Zeigerspitze befinden. Das dürfte selten der ganze Textabschnitt sein ;)

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