Mai
07

Das Seiten-Werkzeug von InDesign CS5 ist etwas vorwitzig

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Die deutschsprachige Creative Suite 5 ist online, damit ist auch InDesign CS5 zu haben, und jeder kann ausgiebig testen, was dieses Upgrade ihm schenkt.

Das neue Seiten-Werkzeug

Ganz gewiss wird man zu allererst eines der beiden neuen Werkzeuge ausprobieren: das Seiten-Werkzeug.

Mit ihm kann ich die Grösse einzelner Seiten verändern: im Layout. So weit, so praktisch und so lange ersehnt! Umschläge und Ausklapper lassen sich jetzt mit wesentlich geringerem Aufwand erstellen (zum Vergrössern bitte auf Abbildung klicken):

Martin Braun, ein Kollege von mir in der InDesign User Group Stuttgart, stiess dabei aber auf etwas äusserst Merkwürdiges: Durch ein Hintertürchen kann ich das Seitenformat nun auch neigen (die offizielle Benennung lautet jetzt richtig «scheren») und drehen! Martins Frage lautet verständlicherweise:

Ja, wozu?

Versteckter Nutzen

Einen direkten Nutzen kann ich bislang nicht erkennen. Aber: Ich freue mich über diese Entdeckung aufgrund ihres möglichen Nebeneffekts: Denn jenes erwähnte «Hintertürchen» ist ein Menübefehl, der trotz erheblicher Anstrengungen (siehe mein Blog vom 15. September 2008) einfach nicht lebendig werden will: nicht in meiner täglichen Arbeit, nicht in der Tagesarbeit der meisten InDesign-Anwender, die ich kenne. Objekt-Menü > Erneut transformieren!

Die zu Rhomben verformten Seiten sitzen jetzt wie ein Mahnmal in meinem Gehirn: «Erneut transformieren» gibt es! Das kann was!» Auch wenn es wohl lieber nicht die Seite selbst sein sollte, die gedreht, geneigt/geschert, proportional/nicht-proportional skaliert oder einfach nur auf der Montagefläche hin- und her bewegt werden muss. Das das mit Objekten geht – Textrahmen, Grafikrahmen, Linien, Gruppen – ist doch schon wunderbar genug!

Die Diskussion jedenfalls läuft; noch ist nicht entschieden, ob das nun ein Programmfehler oder ein Feature ist. Denn: Wie Martin im Adobe-Forum berichtet, weist der offizielle InDesign CS5 Scripting Guide for Javascript darauf hin, dass Seiten gedreht und geschert werden können. Einfach so.

Vorschlag

Bis Übereinkunft darüber erzielt worden ist, ob diese Möglichkeit überhaupt sinnvoll ist oder nicht, könnte Adobe erst einmal die entsprechenden «Erneut transformieren»-Befehle ausgrauen, sobhald das Seiten-Werkzeug eine Seite ausgewählt hat. Alles andere scheint mir zu gefährlich zu sein. Und zudem verlustbehaftet: Denn sobald eine Seite auch nur minimal geschert oder gedreht worden ist, verlieren alle Seiten- und Satzspiegel-Ränder ihre Magnetik. Und die Positionsangaben von Objekten solcher Seiten werden logischerweise ebenfalls fehlerhaft. Denn die Lineale – lassen sich nicht drehen und scheren.

Edit: Michael Ninnes (während der Entwicklung von InDesign CS4 und CS5 Senior Product Manager bei Adobe) spekuliert, ob die Öffnungs fürs Seiten-Drehen und -Scheren via «Erneut transformieren» eventuell ein Easter Egg der Entwickler gewesen sei. In einer späteren Version werde das freihändische Transformieren von Seiten möglicherwiese offen unterstützt (nicht nur via Skript oder eben «Erneut transformieren»).

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3 Kommentare

1

[...] werden: Unter anderem die Australierin Cari Jansen zeigt in ihrem Blog, dass – ohne jedes gefährliche Drehen und Scheren von Seiten – die Seiten eines Druckbogens nunmehr übereinander gestellt werden können. Extrem hilfreich [...]

2
Urgel Wurzluff
Mai 9th, 2010 at 01:06

Siehe dazu auch Gedrehte Seiten.

3
Jochen F. UebelNo Gravatar
Mai 9th, 2010 at 21:10

Ja, eine kluge Antwort von Gerald auf meinen Kommentar.

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