Archiv zum Thema Automatisieren (ID)
InDesigns Montagefläche – riesig!
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Marion R., Fridingen, schrieb mir dieser Tage: «In einem meiner Dokumente ist meine Montagefläche ziemlich groß, aber nur in diesem einen Dokument. Wenn ich nur kurz zur nächsten Seite scrollen muss, dauert das ziemlich lang. Gibt es eine Funktion, die Montagefläche zu verkleinern? Bestimmt bin ich auf eine Taste gekommen und habe da was umgestellt.»
Marion: Du bist nicht schuld. Das Phänomen taucht öfter auf. Die häufigste Ursache: Einzelnen Druckbögen wurden Seiten hinzugefügt – was die Montagefläche vergrössert. Später wurden Seiten wieder entfernt – was die vergrösserte Montagefläche unverändert lässt. Also: Kein Fehlgriff ist die Ursache, sondern das ganz normale (wenn vielleicht auch nicht erwünschte) Verhalten von InDesign.
Unerwünscht:
So sollte es sein:
Lösung: Zwar gibt es keine Einstellung, über die ich der Montageflächenbreite sagen kann, wo Schluss sein soll. Aber: Wir können die Einstellung der Montageflächenhöhe missbrauchen: Einfach in den Voreinstellungen den «Minimalen vertikalen Offset» ändern – und die Breite der Montagefläche schnurrt rechts und links wieder auf das benötigte Mindestmass (= eine Seitenbreite) zusammen.
So arbeiten viele Magazine und Zeitungen: In leeren Textrahmen und Tabellenzellen wird formatiert. Rahmen oder Zellen werden in eine Bibliothek gepackt. Der Layouter holt sich später gewünschte Elemente aus der Bibliothek zurück – und freut sich, dass Schrift, Schriftgrösse, Zeilenabstand etc. schon fertig eingerichtet sind. Das funktionierte klaglos – bis CS3.
InDesign CS4 jedoch wurde vergesslich: Werden dort leere (!) Textrahmen und Zellen in Bibliotheken gepackt oder als Snippet oder InDesign Markup Language-Datei (IDML) exportiert, geht die Textformatierung verloren: Absatzformat, Zeichenformate, manuelle, formatlose Formatierungen – alles weg. Stattdessen arbeiten in allen leeren Zellen und Rahmen genau die Eigenschaften, die der User sieht, wenn nichts aktiviert ist: die typografischen Grundeinstellungen seines Dokuments.
Wurde mit Zellenformaten gearbeitet, bleiben diese wenigstens erhalten – und bringen auch «ihre» Absatzformate wieder mit. Nur: Angewandt sind die Absatzformate nicht mehr.
All das ist nicht nur ärgerlich, sondern gefährlich. «Ich schicke Dir die Bibliothek – die leeren Rahmen dort sind schon alle vorformatiert»: funktioniert so nicht mehr.
Workarounds: Bis Adobe diesen schlimmen Fehler korrigiert hat, haben Sie drei einfache Workarounds zur Wahl:
- Stellen Sie vorher in die Rahmen und Zellen etwas Text. Denn: Formatierte Zeichen verlieren ihr Formatgedächtnis nicht. Es genügt schon ein Leerschlag, der aber vielleicht übersehen wird. Deshalb lieber etwas wie «Xxx» oder, sehr ordentlich, ein Hinweis auf das arbeitende Absatzformat: «Titel 18 pt», «Grundschrift ohne Einzug», usw.. Oder:
- Verpassen Sie den leeren Rahmen vorher einen Objektstil, der das gewünschte Absatzformat aufruft (funtkioniert natürlich nicht bei Zellen). Oder:
- Erstellen und füllen Sie die Bibliothek in CS3 und öffnen Sie sie dann in CS4: ein Trick, den wir Ralf Hobirk verdanken. Heisst natürlich, dass CS4-spezifische Eigenschaften nicht in solch einer Bibliothek auftauchen können: beispielsweise Zeilenstile, GREP-Stile o.Ä. (Ralf Hobirk war es auch, der den Bug zum ersten Mal angesprochen hatte, auf HilfDirSelbst.)
Ich gehe davon aus, dass Adobe mit dem Bugfix nicht allzu lang auf sich warten lassen wird: InDesign-Guru David Blatner hat unseren Hinweis vorgestern aufgegriffen.
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InDesign: Fussnotenformatierung
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Dieser Tipp ist sicher mehr als nur ein Tipp. Aber er ist gerade wegen seiner Vielschichtigkeit geeignet, ein Gefühl zu entwickeln für die Verzahnung von InDesign-Funktionen. Sie lesen hier vielleicht zum ersten Mal, dass InDesign nicht nur nach Fussnotenziffern suchen kann, sondern mit Zwischenablagen ersetzen kann. Sie sehen, wie in die Fussnotenoption ein Absatzformat eingebaut werden kann. Und vielleicht werden Sie zum erstem Mal mit einem Zeichenformat konfrontiert, das in ein Absatzformat verschachtelt wird: Alles am lebenden Objekt. Nehmen Sie sich Zeit!
Problemstellung: Der Wunsch tauchte auf (innerhalb eines Threads im Fachforum HilfDirSelbst), Fußnotenziffern unabhängig von ihrer Länge rechtsbündig auszurichten – neben dem eigentlichen Fussnotentext. Ähnlich einer Aufzählung. Die Optionen für Dokumentfußnoten (Schrift-Menü) bieten aber keine erkennbare Lösung an. Das gewünschte Ergebnis zeigt nachfolgender Screen. Deutlich zu sehen: die blaue Hilfslinie, die die rechtsbündige Position der Zahlen markiert. Und ebenfalls deutlich zu sehen: Der Fussnotentext bleibt immer bündig, selbst dann, wenn die Fussnoten von 1- auf 2- oder von 2- auf 3stellig springen.

Lösungsweg:
Schritt 1: Zuerst legen Sie ein Absatzformat an. Dort richten Sie für die rechtsbündige Ziffern-Position (BLAUE Hilfslinie) einen rechtsbündigen Tabulator ein, und zwar so, dass die 3stellige Zahl mit ihrer linken Kante bündig wird zum Umgebungstext (GRAUE Hilfslinie). Der Fussnotentext startet (ROTE Hilfslinie) an einem Einzug links. Für die erste Zeile wird der Einzug links via «Einzug links für erste Zeile» mit entsprechendem Minuswert aufgehoben. Alles drei Absatzeigenschaften.
Schritt 2: Dann ein Zeichenformat für die Ziffer.
Schritt 3: Jetzt verschachteln Sie das Zeichenformat im Absatzformat: «über 1 Wörter».

Schritt 4: Schrift-Menü > Optionen für Dokumentfußnoten… Der etwas bürokratische Unterton dieses Befehls will Ihnen sagen: Es gibt pro Dokument immer nur eine Fussnoten-Einstellung.
Was wir hier jetzt gern hätten: den automatischen Aufruf eines Tabulators vor der Fussnotenziffer (wir hatten dafür einen Tab definiert). Geht leider nicht, auch nicht im Feld «Präfix». Wir stellen das Problem hintan.
Aber: Wir können für die gesamte Fussnote das eingestellte Absatzformat aufrufen. Und als «Trennzeichen» nach der Fussnoteziffer können wir einen Tab verlangen. (Das «^t» ist die kleine Formel dafür, aufzurufen über das kleine dreieckige Hilfsmenü rechts neben dem Eingabefeld. Dieser Tab wird später den Fussnotentext von der Fussnotenziffer weg und an den eingestellten «Einzug links» schieben.)

Die Formatierung ist damit abgeschlossen! Wenn Sie jetzt Fussnoten anlegen, sieht der Fussnotentext etwa so aus:

Noch nicht ganz das gewünschte Ergebnis, aber nahe dran. Was noch fehlt, ist der Tab, der die Ziffer an die blaue Position schiebt und den wir in Schritt 4 hintanstellen mussten. Um ihn dokumentweit an der richtigen Stelle einzubauen, bietet InDesign zwei Suche-Ersetzen-Möglichkeiten an: einmal via «Text»-Suche, einmal via «GREP»-Suche.
Schritt 5a: Stellen Sie sich mit dem Cursor vor die erste Fussnotenziffer und schlagen Sie die Tabulator-Taste an. (Sie zum ersten Mal das zu erwartende Endergebnis.) Kopieren Sie den Tabulator mitsamt der nachfolgenden Fussnotenziffer. Rufen Sie den Suchen/Ersetzen-Dialog auf («Text»). Stellen ein: Suche nach beliebigem Zeichen (^?), mit dem Zeichenformat der Fussnotenziffer. Ersetzen durch Zwischenablage (unformatiert, ^C). Fertig.

Schritt 5b: Rufen Sie den Suchen/Ersetzen-Dialog auf (GREP) und stellen ein: Suche nach (~F) (= Fundstelle «Fußnotenziffer»). Ersetzen durch t$0 (= Tabulator, gefolgt von «Text gefunden»). Da InDesign an dieser Stelle etwas buggy ist, muss bei diesem Schritt 5b sofort die Ersetzen-Option «Alle ändern» gewählt werden. Fertig.

Endergebnis:

InDesign: Gerahmter Text
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Lange Dokumente benötigen klare Textgliederungen – sonst werden sie für den Leser schnell zur Qual. Textverarbeitungsprogramme wie zum Beispiel Word halten hierfür unter anderem Texthinterlegungen und Rahmen vor: Dinge, die in InDesign einiges an Handarbeit erfordern.
Insbesondere die Rahmung ist ein ungeliebtes InDesign-Kind, bedeutet sie doch, Absätze auszuschneiden, konturierte Textrahmen in den Textfluss zu verankern und dort den ausgeschnittenen Text einzufügen. Der Korrekturaufwand solcher Konstruktionen ist enorm.
Mit Hilfe des Skripts «BoxMaker» lässt sich diese Aufgabenstellung jedoch stark vereinfachen: Es wurde vor kurzem von Fred Goldman als Freeware -> veröffentlicht.
Ausgehend von der Zeilenzahl des markierten Absatzes legt das Skript Absatzlinien an:
Die «Linie darüber» ragt etwas über den Text hinaus – eine absatzübergreifende Fläche, die für die Rahmung sorgt.
Die «Linie darunter» deckt die Fläche fast vollständig ab: so dass ringsherum nur noch schmale Kanten sichtbar bleiben. Der Text ist gerahmt.
Nachfolgend ein «Vorher—Nachher»: bewusst noch nicht geschönt, damit die Basis-Wirkungen sichtbar werden. Das dritte Bild zeigt, wie mit zusätzlichen Absatz(format)einstellungen das Skript so gefahren werden kann, dass Bündigkeit des Rahmens zu Voraus- und Danachtext entsteht.



In der kostenpflichtigen «Pro»-Version lassen sich die benutzten Einstellungen als «Default» sichern, so dass wiederholte Anwendungen kaum Aufwand erfordern. Kostenpunkt: 8 (acht) US-$.
Erinnert sei daran, dass jedes installierte Skript via Bearbeiten > Tastaturbefehle… einen Tastaturbefehl erhalten kann: Ab jetzt ist die Rahmung von Absätzen ein Klacks: selbst dann, wenn sie umbrechen müssen.




