Archiv zum Thema Schnell sein (ID)

simplify-your-indesignIn loser Folge durchstreifen wir InDesigns 44 Bedienfelder (bitte klicken). Die Ziffern zeigen, in welcher Folge dieser Serie ein Bedienfeld behandelt wird.

InDesigns Schnellweg zum Dreieck

Über InDesigns Bedienfeld «Werkzeuge» zu schreiben fällt mir nicht ganz leicht: Zu zahlreich die Tricks und Hilfen, die dieses scheinbar harmlose Bedienfeld anbietet. Aber nehmen wir den: allein schon deshalb, weil ich mich vor ca. einem halben Jahr, nachdem ich diese Funktion längere Zeit nicht mehr gebraucht hatte, dabei ertappte, einen schrecklichen Umweg zu gehen. Es galt ein Dreieck zu bauen. Können Sie’s?

Nicht wahr, so simpel:

1. Man klickt lange auf das «durchge-ixte» Werkzeug «Rechteckrahmen».
2. Man wählt das Sub-Werkzeug «Polygonrahmen».
3. Man zieht mit dem Polygonrahmen-Werkzeug einen Rahmen auf (Standard erst einmal: fünfeckig) – und lässt die Maustaste nicht los.
4. Man bestimmt die Zahl der Ecken mit den senkrechten Pfeiltasten der Tastatur – und lässt die Maustaste nicht los.

Denn es kann noch weiter gehen:

5. Man sorgt für bzw. entfernt Sternenmuster durch Drücken der waagerechten Pfeiltasten der Tastatur – und lässt die Maustaste nicht los.
6. Man sorgt für gleichschenklige Formen durch Drücken der Umschalttaste.

Nebenbei sehen Sie, dass ich die Werkzeugleiste zweispaltig fahre. Warum? Ich freue mich über die fast viermal so grossen Schaltflächen für Flächen- und Konturfarbe. Und über den «Vorschau»-Knopf in der rechten unteren Ecke: den selbst ich noch manchmal mit der Maus besuche, wenn ich sowieso schon in der Gegend bin.

Die Serie ist kein Hilfe-Ersatz. Dafür gibt es unsere Kurse, gibt es Fachbücher und im Internet Fachartikel en masse. Sie ist vielmehr ein entspannter Streifzug mit Hinweisen auf versteckte Kleinigkeiten: die man im InDesign-Alltag gern übersieht.

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Konservativ: Ebenen erhalten

Keine Frage: Keine Information über «Ebenen» ist wichtiger als dieser eine Hinweis: dass sich alle InDesign-Objekte den Namen «ihrer» Ebene merken. Auch,wenn sie in die Zwischenablage genommen, als Snippet exportiert oder in eine Bibliothek aufgenommen werden. Und also kann jedes Objekt, das so aus dem Layout herausbefördert wurde, bei seinem Re-Import sich wieder an «seine» Ebene erinnern.

Das Zauberwort hierbei ist: «kann». Es tut es nicht automatisch. Ein kleines Häkchen ist zu setzen: das dann aber in jedem Dokument wirkt. Bedienfeld Ebenen > Bedienfeldmenü > Ebenen beim Einfügen erhalten. Eine echte Programmeinstellung!

Fehlt eine Ebene, nach der ein zurückkommendes Objekt verlangt, wird sie automatisch angelegt: in CS4 automatisch als oberste Ebene. Sind benötigte Ebenen vorhanden, aber gesperrt, wird der Anwender gebeten, sie zu entsperren. Nur gegenüber Ebeneneinstellungen bleiben Objekte ohnmächtig: In Sachen Ebenenfarbe, -optionen, -position (in der Stapelreihenfolge von «Ebenen») haben immer die Einstellungen des Zieldokuments das letzte Wort – nicht das re-importierte Objekt.

Die Serie ist kein Hilfe-Ersatz. Dafür gibt es unsere Kurse, gibt es Fachbücher und im Internet Fachartikel en masse. Sie ist vielmehr ein entspannter Streifzug mit Hinweisen auf versteckte Kleinigkeiten: die man im InDesign-Alltag gern übersieht.

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Das elektronische Eselsohr

… oder was auch immer Sie in einem Buch zwecks «Diese Stelle merken» gern nutzen: Hier ist es für InDesign. Brav sortiert es auf Wunsch nach Seitenzahl (unabhängig davon, wie der Name des Lesezeichens lautet), und ebenso brav exportiert es sein «Wissen» ins PDF (wobei manuelle Sortierungen – hier im Bild nach Name – verlorengehen und nachsortiert werden muss, nun in Acrobat).

Das heißt: Man muss nicht immer gleich ein Inhaltsverzeichnis anlegen, wenn man in der Seitenleiste des PDF eine Navigationshilfe anbieten will.

Vielleicht weniger bekannt: Lesezeichen lassen sich auch ausserhalb eines Inhaltsverzeichnisses hierarchisch abstufen: wie in den Abbildungen gezeigt.. Und zwar, jetzt kommt der Clou, ohne Abhängigkeit davon, wo im Dokument das «Mutter»-Lesezeichen steht.

Und so geht’s:

Nehmen wir an, Sie haben einen kleinen CD-Katalog. Sie sortieren nach «Klassik», «Pop» und «Etcetera». Die Startseiten der drei Rubriken erhalten ein Lesezeichen.
Am Schluss des Dokuments gibt es ausserdem eine alphabetische Liste sämtlicher Interpreten. Lesezeichen könnte dann so ausschauen:

Wenn Sie auf eine Seite zeigen wollen, deaktivieren Sie alles und legen ein neues Lesezeichen an: einen Seitenlink.

Wenn Sie auf eine Textstelle zeigen wollen, lassen Sie den Cursor an der gewünschten Stelle blinken. Das Lesezeichen zeigt sich als Doppelpunkt-ähnliches, dimensionsloses Sonderzeichen.

Wenn Sie eine Textstelle zum Namen des Lesezeichens machen wollen, markieren Sie sie. Das jetzt erzeugte Lesezeichen stellt sich vor die markierte Textstrecke; als Name wird die Markierung übernommen.

Die Hierarchisierung bekommen Sie durch simples Ziehen der Lesezeichen hin. Betrachten Sie ein Seiten-Lesezeichen wie eine Art Ordner: Ziehen Sie ein Text-Lesezeichen da drauf, ordnet es sich unter; das Seitenlesezeicen erhält ein Aufklapp-Dreieck.

Sie können aber auch vor Erzeugen eines Text-Lesezeichens einen dieser «Ordner» markieren (egal, auf welche Seite er zeigt) und dann das Text-Lesezeichen anlegen: Es ordnet sich sofort unter den markierten Seitenverweis.

Muss noch gesagt werden, dass der Nutzwert von Lesezeichen lange vor dem PDF-Export beginnt? Wenn Sie in einem längeren Dokument häufig zwischen verschiedenen Seiten und/oder Textstellen hin- und herswitschen müssen – legen Sie sich doch einfach einmal ein Lesezeichen an!

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Neue Gruppe aus Formaten

Damit für das Bedienfeld «Zeichenformate» etwas zu sagen blieb, hob ich mir eine Bemerkung auf, die schon im letzten Beitrag über «Absatzformate» möglich gewesen wäre: der schöne Befehl «Neue Gruppe aus Formaten».

«Gruppe» klar? Na klar. Die kleinen Ordnerchen, mit denen Sie Ihre Zeichen-, Absatz-, Zeilen-, Tabellenformate und Objektstile fein säuberlich ordnen können.
«Neue Gruppe aus Formaten»: also auch klar. Sie markieren mehrere Formate mit der Umschalttaste oder, wenn Sie einige überspringen wollen, mit Strg (Win) bzw. cmd (Mac) – und dann ab in eine neue Gruppe.

«In Gruppe kopieren» erzeugt hingegen – bislang unbenutzte – Kopien Ihrer Formate: sehr hilfreich, wenn es ans Aufräumen und Neu-Zusammenstellen von Formaten geht.
Cool!

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Ein Herzstück InDesigns

«Absatzformate» sind ohne Zweifel eins der Herzstücke von InDesign. Denn: «Formate» sind Regeln, und ohne Regeln kommt Gestaltung nicht aus.

Zu beachten ist hier unter anderem das Bedienfeldmenü. Die ganze untere Hälfte dieser Befehlsliste findet sich ausschliesslich und nur hier. Angetan hat es mir besonders «Aufzählungszeichen und Nummerierung in Text konvertieren», ein Befehl, der es in sich hat:

1. Erzeugen Sie ein Absatzformat mit Aufzählung.
2. Wenden Sie das Format an verschiedenen Stellen Ihres Dokuments an: möglichst in eigenständigen Textabschnitten (Textketten).
3. Deaktivieren Sie, zwecks besserem «Aha-Effekt», jeden Text und jedes Objekt (z.B. über Bearbeiten > Auswahl aufheben).
4. Markieren Sie in «Absatzformate» das aufzählende Format.
5. Nun wählen Sie den Befehl «Aufzählungszeichen und Nummerierung von “XX” in Text konvertieren».

Resultate:

Erstens: Das Absatzformat wurde verändert – gleichgültig, ob es überhaupt irgendwo angewandt worden war! Die automatische Aufzählung in den Formatoptionen wurde deaktiviert.

Zweitens sind jetzt, logische Folge, alle Aufzählungen dieses Absatzformats zu reinem Text geworden. Quer über das gesamte Dokument. Texte, auf diese Weise konvertiert, sind nun bereit für den Export z.B. nach Word: Die Aufzählungszeichen bleiben erhalten (weil sie jetzt nicht mehr dynamisch sind, sondern quasi handgestrickt).

Ein Befehl, der im übrigen auch im Kontextmenü auftaucht, sobald Sie es über einem aufzählenden Absatzformat aufrufen.

Mag der Einwand kommen: «Auch das Schrift-Menü zeigt diesen Befehl, bei ‹Aufzählungs- und nummerierte Listen›». Nein. Der Befehl trägt zwar den gleichen Namen, macht aber im Schriftmenü etwas anderes: Hier wandelt er nur markierten Text. Im Absatzformat-Bedienfeld hingegen wandelt er alles, was vom entsprechenden Absatzformat abhängig ist – und eben das Absatzformat gleich mit!

Und einen weiteren Befehl benötige ich in «Absatzformate». Auch er taucht nur hier auf: «Nach Name sortieren». Denn natürlich nutze ich gern die Formatliste, wie sie von der «Steuerung» angeboten wird. Dort jedoch taucht sie in exakt der Reihung auf, die auch das Bedienfeld «Absatzformate» wiedergibt: kunterbunt, wenn ich nicht ab und an gegensteure. Eben mit «Nach Name sortieren».

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