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simplify-your-indesignIn loser Folge durchstreifen wir InDesigns 44 Bedienfelder (bitte klicken). Die Ziffern zeigen, in welcher Folge dieser Serie ein Bedienfeld behandelt wird.

Absatz zeigt mehr

Hier geht die Arie ganz ähnlich wie bei «Transformieren» und «Zeichen», den beiden vorangegangenen Beiträgen dieser Serie: Nichts, was nicht auch das Bedienfeld «Steuerung» zeigen kann, gleichwohl äusserst hilfreich, weil eben immer funktionsfähig, selbst wenn das Textwerkzeug nicht aktiviert worden ist.

Und sonst? Auch nur wieder «Spickzettel» fürs Nachschlagen von Tastaturkurzbefehlen? Nicht mal das. Die Tastenbefehle, die «Absatz» zeigt (Bedienfeldmenü), finden sich 1:1 im Textmodus der «Steuerung» (Bedienfeldmenü).

Aber: «Absatz» bietet ein Knöpfchen an, das die Steuerung gar nicht kennt – nämlich eine ganze Ausrichtemethode mehr! Zählen Sie nach: Die «Steuerung» zeigt 8 Varianten – «Absatz» jedoch 9. Und welche kam hier dazu? Richtig: «Blocksatz, letzte Zeile rechtsbündig».

vs.

Hier machen wir es mal anders als sonst: Statt aus meinem Elfenbeinturm zu vermelden «Kann man dafür und dafür brauchen», lade ich Sie herzlich ein, mir (bitte klicken) Screenshots zu schicken, mit einem kleinen Kommentar, wie Sie die Blocksatzmethode «letzte Zeile rechtsbündig» einsetzen: wenn Sie nichts dagegen haben zur Veröffentlichung.

Die Serie ist kein Hilfe-Ersatz. Dafür gibt es unsere Kurse, gibt es Fachbücher und im Internet Fachartikel en masse. Sie ist vielmehr ein entspannter Streifzug mit Hinweisen auf versteckte Kleinigkeiten: die man im InDesign-Alltag gern übersieht.

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simplify-your-indesignIn loser Folge durchstreifen wir InDesigns 44 Bedienfelder (bitte klicken). Die Ziffern zeigen, in welcher Folge dieser Serie ein Bedienfeld behandelt wird.

Basis-Bedienfeld par excellence

Hilfreich oder überflüssig?

«Gelegentlich, selten oder gar nicht nötig» im täglichen Geschäft: So lautet überwiegend meine Wertung der bisher besprochenen Bedienfelder. Bei dem Bedienfeld «Transformieren» jedoch werden sich womöglich die Geister scheiden. Denn die meisten Anwender sagen hier: «Brauche ich nie.» Begründung: «Alles, was ‹Transformieren› kann, bietet auch die ‹Steuerung›.»

Wirklich? Insbesondere die Freunde, die ihre XPress-Zeit noch in Ehren halten (oder gar noch gar nicht beendet haben), werden sofort widersprechen: «Schalte mal ins Textwerkzeug um. Und? Wo sind sie jetzt, Deine Transformationswerte in der Steuerung?» – «Ja, aber …» – «Nix aber! Selbstverständlich möchte ich den Zugriff auf Position, Breite, Höhe und Winkel auch dann noch behalten, wenn ich  Text bearbeite! Ich will doch nicht jedes Mal das Werkzeug wechseln müssen! Ich bin doch nicht blöd!»

Gut gebrüllt, Löwe. Ich bin es auch nicht. Man kann sich zwar an alles gewöhnen – auch an einen überflüssigen Wechsel rüber zum «schwarzen Pfeil», nur um beispielsweise wieder Kordinaten, Breite und Höhe des aktiven Objekts zu sehen.  «Transformieren» stetig offen zu halten scheint mir für solche Fälle dann doch die vernünftigere Verhaltensweise zu sein.

Und was bietet «Transformieren» ausserdem, ausser den redundanten Positionskoordinaten, Breite, Höhe, Skalierung und Winkel? Nichts, was bei aktivem «Auswahl»-Werkzeug («schwarzer Pfeil») nicht auch im Bedienfeldmenü der «Steuerung» zu finden wäre. Unterschied zu dieser: Die Bedienfeldmenü-Befehle der «Steuerung» tauchen nur situationsbezogen auf – in «Transformieren» sind sie immer sichtbar. Und das hat Vorteile: wenigstens didaktische. Man erfährt dann vielleicht erstmals vollständig, was in einer «Transformieren»-Situation – Objekt(e) wurde(n) markiert – so alles möglich ist.

«Transformationen löschen»: Was macht das?

Besonders erstaunt hatte mich «Transformationen löschen». Wussten Sie, was das macht? Wenn nicht: Sie werden überrascht sein! Denn quasi mit der Computer-Muttermilch haben wir doch alle gelernt: Wurde eine Datei erst einmal geschlossen, können Arbeitsschritte vorangegangener Sitzungen nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Zumindest zu Teilen eines InDesign-Layouts ist das jedoch Schnee von gestern. Transformieren Sie einfach einmal ein Objekt – drehen Sie’s, neigen Sie’s (schon wieder ein Übersetzungsfehler von Adobes Lokalisations-Abteilung; sie sprechen von «Verbiegen»), skalieren Sie’s, mit oder ohne Inhalt: und dann schliessen Sie das Dokument. Fahren Sie meinetwegen auch noch InDesign runter, damit Sie’s glauben. Und dann öffnen Sie das Dokument wieder.

Nun Objekt markieren und «Transformationen löschen»: Arbeitsschritte des Vortages werden rückgängig gemacht! Ist das nicht heftig?

«Transformationen löschen»: um Bilder und Rahmen auf Originalgrösse zu stellen

Ich bin noch am Überlegen, in welchen Situationen das förderlich sein kann. Eine habe ich auf jeden Fall schon entdeckt:

Platzieren Sie ein Bild. In InDesign CS4 können Sie bekanntlich mit dem gefüllten Platzierungs-Zeiger Bild-proportionale Rahmen aufziehen. Das heisst: Auf diesem Weg platzierte Bilder sind immer skaliert.

Der Wunsch mag später entstehen, solche Bilder zurückzustellen auf 100%. «Transformationen löschen» macht’s (nach Auswahl des Bildes in seinem Container). Manchmal macht InDesign dann sogar mehr, als man je erwarten würde. Liegende Hochformat-Bilder einer Digitalkamera, im Kamera-Programm auf Hochformat gedreht und beim Platzieren in InDesign auch korrekt im Hochformat wiedergegeben, werden nach «Transformationen löschen» zurückgedreht auf Querformat: so, wie die Kamera sie eigentlich sah. Es werden also auch u.U. Transformationen gelöscht, die noch im Vorfeld von InDesign stattfanden (bei mir im Kamera-Programm)!

«Transformationen löschen»: um ursprüngliche Schriftgrössen wiederherzustellen

Eine andere Anwendung dieses interessanten Befehls sind all die Fälle, in denen Textrahmen mit «transformiertem» Text hinterlassen worden sind: zu erkennen an der doppelt angezeigten Schriftgrösse (in Klammern der tatsächliche Wert, ohne Klammer der ursprüngliche Wert). Manchmal möchte man tatsächlich die Ausgangssituation wiederherstellen: «Transformationen löschen» does the trick. Rahmen und Text werden wieder auf ihre ursprünglichen Abmessungen zurückgeführt (im Beispiel unten: 5°/6° pt).

«Transformationswerte sind Gesamtwerte»: addiert Objekttransformation zur Gruppentransformation

Bleibt gelegentlich die Frage, was denn «Transformationswerte sind Gesamtwerte» macht – wenn eingeschaltet, wenn ausgeschaltet. Adobes Hilfe (CS6) ist hier hilfreich: abgesehen davon, dass im Moment (11. Januar 2010) die im Abschnitt «Ändern der für verschachtelte Objekte angezeigten Informationen» gezeigten Winkel-Werte irreführend sind. Wo «0° steht, muss «-10°» stehen.

So. Der nächste InDesign-Beitrag – er befasst sich mit dem Bedienfeld «Zeichen» – wird wieder so kurz wie bisher meist gewohnt.

Die Serie ist kein Hilfe-Ersatz. Dafür gibt es unsere Kurse, gibt es Fachbücher und im Internet Fachartikel en masse. Sie ist vielmehr ein entspannter Streifzug mit Hinweisen auf versteckte Kleinigkeiten: die man im InDesign-Alltag gern übersieht.

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Sep
30

Alle abwählen!

Autor: | Kommentare (2)

simplify-your-indesignAlle abwählen! Das wünscht man sich manchmal, schaut man in die Politik. Einfach ein Kreuzchen machen – und weg. (Wobei die Präferenzen, was denn bleiben soll, je nach Einstellung den gesamten Farbraum durchwandern: von Gelb zu Grün zu Schwarz – «Jamaika» – über Orange bis hin zu Rot. (Wo sind eigentlich die Blauen?)

Eine Ampel leuchtet auf, wenn man solche Abwahl in InDesign vergisst. Da ist noch ein Bildrahmen aktiv und man will eine neue Farbe anlegen. Da ist noch ein Textrahmen aktiv und man möchte ein neue Absatzformat erzeugen. Gefährlich! Denn das Neue wird sofort aktiv, direkt nach der Wahl.

Also Deaktivieren, Abwählen oder, in InDesignisch: «Auswahl aufheben» (Bearbeiten-Menü). (Was für ein schöner Begriff, «aufheben». Wohin hebe ich denn? In welche luftigen Höhen entfleucht, was eben noch an Henkeln fest zu greifen war?)

Egal. Wir schauen uns den zugehörigen Tastaturbefehl an und freuen uns: Leicht zu merken! Das Gegenstück zu «Alles auswählen», nur die Shift-Taste kommt hinzu. (Im Bild das Mac-Menü; unter Windows analog.)

Doch zu greifen? Nicht wirklich praktisch. Drei Finger braucht man – für diesen Schritt, den wir Woche für Woche sicher hundert und mehr Male benötigen. Also doch wieder Rauszoomen, Werkzeug wechseln und auf die Montagefläche klicken?

Oh no. Unter Bearbeiten > Tastaturbefehle findet sich der Befehl im Produktbereich «Bearbeiten» (wo sonst), und seit Jahr und Tag gilt bei mir: Hier muss die Escape-Taste ran. Warum? Es ist einer der häufigsten Befehle im Layout-Alltag überhaupt. Also gebührt ihm die schnellstmögliche, am leichtesten und vor allem blind erreichbare Taste.

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Besonderheit: Dies ist der einzige Befehl, bei dem ich ganz sicher bin: Er muss für beiderlei «Kontext» (lies: Situationen) eingerichtet werden. FürText wie für «Standard».

Und was ist mit dem Auswahl-Werkzeug, das in Textsituationen bislang auf die Escape-Taste gehört hatte? Sie hört bei mir, ebenfalls verändert, auf F1.

Achtung: Immer in einem eigneen Tastaturbefehlssatz arbeiten. Sie sehen meinen im Bild oben links unter dem Namen «tastbef_jue».



indesign_icon_klWas interessiert Sie? Wir werden demnächst eine kleine Umfrage lancieren – im Moment, ich geb’s zu, schreib’ ich bisschen ins Blaue hinein. Aber das ist Blogging! Live (siehe – wer hatte es bemerkt? – das letzte Woche online gestellte Dummy, Pardon). Live mit Feedback, mit Rückfrage, mit Austausch – Kommunikation! Ist das nicht überhaupt ein Merkmal unserer Zeit, immer mehr? Dass die Menschen miteinander sprechen wollen, sich austauschen wollen – statt nur auf Einbahnstrassen entgegenkommende Inputs in Empfang zu nehmen, in gepanzerten, geschlossenen Fahrzeugen, die stur ihren Weg gehen, an uns vorbei und im schlimmsten Fall über uns hinweg …

Übrigens: Schon jetzt können Sie uns in unserer Infothek frei von der Leber weg Fragen stellen.

Ok, ich schweife ab. Also, zum heutigen Thema: Wie bewege ich einen Bildrahmen relativ zum Bild? Im Indesign-Sprachgebrauch: Wie bewege ich den Container, ohne das Bild zu bewegen? Wie bewege ich die Maske? Denn jeder Bildrahmen ist in Bezug zu seinem Inhalt, dem Bild, nichts anderes als das: eine Ausschnittmaske.

Schauen wir uns also an, wann ich so etwas überhaupt benötige – «Maske verschieben». Sie sehen hier eine Abildung aus der Begleitdouk unseres Crashkurses Drucksachengestaltung:

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Die Abbildung zeigt an Hand eines Fotoausschnitts (rote Umrandungen), was passiert, wenn man in einem Layout-Programm Fotos vergrössert: rechts die Lupendarstellung. Das Ziel: Die rechte, vergrösserte Abbildung soll exakt den gleichen Ausschnitt wiedergeben wie das linke, kleine Rähmchen. Und dieses wiederum – darum geht es – soll exakt über den entsprechenden Pixeln seines Untergrund liegen.

Problem

Das Problem ist die Ausschnittsuche. Natürlich kann ich ein Duplikat des Ausgangsbilds erstellen und seine Ecken-Henkel solange hin- und herziehen, bis ich den gewünschten Ausschnitt gefunden habe. Wie mühsam!

Also den kleinen Rahmen stehenlassen und nur seinen Inhalt – relativ zum Rahmen – bewegen? Ok. Aber wie bekomme ich dann seine Pixel wieder exakt über die entsprechenden Pixeln des abgedimmten Originals? Wie mühsam!

Am liebsten würde ich einfach nur das rote Rähmchen wie den Sucher einer Kamera auf seinem eigenen Inhalt hin- und herbewegen. Und genau das geht.

Lösung

Zuerst dupliziere ich den abgedimmten Rahmen standgenau, vergebe die gewünschte Kontur, stelle die Deckkraft zurück auf 100% und verkleinere.

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Nun die beiden entscheidenden, extrem einfachen Schritte:

Schritt 1:
Ich schlage die Taste «A» an: Das Direktauswahl-Werkzeug ist aktiv («weisser Pfeil«). Die groben Henkel des Begrenzungsrahmens verschwinden, die feinen Ankerpunkte des Pfads tauchen auf:

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Schritt 2:
Ich greife die Tastenkombination cmd+A/strg+A (Bearbeiten > Alles auswählen): In dieser Situation werden mit diesem Befehl alle Ankerpunkte markiert. Sie zeigen sich jetzt gefüllt.

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Ab jetzt ist das Verschieben – mit den Pfeiltasten, mit den x-/y-Werten, mit Ziehen des Mittelpunkts – kein Problem: Ich verschiebe nicht mehr den Container samt Inhalt, sondern nur die vier Ankerpunkte! Der Pfad wird bewegt – die absolute Position des Inhalts (in Bezug zum Nullpunkt der Seite) bleibt unverändert.

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Sobald der Ausschnitt «steht», zurück ins Auswahl-Werkzeug, Objekt duplizieren, Objekt nach rechts bewegen und samt Inhalt vergrössern. Voilà!

Ergebnis

Die Vergösserung rechts zeigt exakt den gleichen Ausschnitt wie das Original links.

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Feedback? Immer gern!



id6_iconjue_090401_049Schon bemerkt? Die Pipette – Nummer 16 im Werkzeug-Reigen – weiss, wenn man sie doppelklickt, vom Objektstil nichts (Abb. 2).

Gleichwohl überträgt sie Objektstile. Was der Anwender allerdings erst dann in der Objektstil-Palette bemerkt, wenn er zurückgekehrt ist ins Auswahl-Werkzeug. Erst dann erfährt er: «Objektil ist angewandt». Probieren Sie’s aus!

Doch Achtung: An dieser Stelle liefert die Pipette keine saubere Arbeit ab. Hatte der Anwender nämlich verlangt, dass bei Anwendung eines Objektstils Abweichungen zu löschen seien (Bedienfeldmenü der Objektstile, Abb. 3; Objekte werden damit normalerweise rigoros auf einen Objektstil getrimmt), kümmert sich die Pipette darum wenig: Sie lässt Abweichungen stehen.

Die Moral von der Geschicht’: Sich nicht ins Pipetten-Bockshorn jagen lassen. So genial die Pipette ist – an dieser Stelle will sie noch nicht. Nicht wirklich.

Übrigens: Mehr über die Arbeit mit der Pipette erfahren Sie u.a. in unserem InDesign-Advanced-Kurs. Gute Basis-Kenntnisse setzen wir voraus. Trauen Sie sich!
Einzelheiten zum Kurs: >> www.smi.ch/anmeldung/layout-prepress.html

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Und noch ein «Übrigens»: Das kleine Vögelchen hier führt Sie zu meinen Twitter-Beiträgen! Twitter

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Apr
17

InDesigns Rahmenwerkzeuge

Autor: | Kommentare (0)

id5_icon_oflid6_iconWie ziehen Sie Rahmen auf? Logisch, mit dem Rahmenwerkzeug. Aber mit welchem? InDesign kennt bekanntlich drei Rahmenwerkzeuge:

Textrahmen das Textwerkzeug (es ist startklar fürs Rahmenziehen, wenn der Textwerkzeug-Zeiger ein punktiertes Rechteck zeigt):

rechteckrahmen das von Adobe so genannte «Rechteckrahmen»-Werkzeug» (es steht im 2spaltigen Werkzeug-Bedienfeld an Platz 7 und zeigt ein Diagonalkreuz; ich nenne es «leeres» oder «neutrales» Rahmenwerkzeug);

rechteck-werkzeug das von Adobe so genannte «Rechteck-Werkzeug» (es steht im 2spaltigen Werkzeug-Bedienfeld an Platz 8 und zeigt kein Diagonalkreuz; ich nenne es «gefülltes» Rahmenwerkzeug).

Wann benutzen wir welches?

Textrahmen Textwerkzeug-Rahmen
Ganz klar: Mit diesem Werkzeug ziehen wir immer dann Rahmen auf, wenn der künftige Rahmeninhalt Text sein soll. Die Eigenschaften dieser Rahmen legen Sie vorab fest, solange nichts aktiviert ist: via Textrahmenoptionen, via Zeichen- und Absatzeigenschaften oder sogar, im Bedienfeldmenü der Objektstile, via Standard-Textrahmenstil.

rechteckrahmen «Durchgeixtes» Rahmenwerkzeug
Mit diesem Werkzeug ziehen wir alle anderen Rahmen auf. Die Eigenschaften dieser Rahmen sind immer gleich: Sie greifen nie Voreinstellungen auf. Keine Flächenfarbe, keine Konturfarbe, keinen Objektstil. Wird solch ein Rahmen via Objekt > Inhalt zu einem Textrahmen, steht der entstehende Textabschnitt, wie im Beitrag vom 15. April gezeigt, immer auf InDesigns Urformatierung «Times, 12pt, Automatischer Zeilenabstand» usw.
Interessant: Alle Rahmen, die von InDesign automatisch erzeugt werden – beim Platzieren, beim Abarbeiten von Übersatztext – werden ebenfalls von diesem Werkzeug erstellt. Ausnahmslos!

rechteck-werkzeug Nicht «durchgeixtes» Rahmenwerkzeug
Dieses Werkzeug benutzen wir nie. Begründung: Es greift immer voreingestellte Flächen- und Kontureinstellungen auf. Also müssen wir vor seiner Nutzung alles deaktivieren – damit wir überhaupt erst einmal sehen, wie diese Einstellungen im Moment ausschauen (Flächenfarbe, Konturfarbe, Konturstärke, Objektstil): ein mühsamer Zwischenschritt. Zweitens können, wenn seine Flächenfarbe auf «[Ohne]» steht, seine Rahmen nicht flächig anfassen. Greifen lassen sie sich nur an der Rahmenkante. Es sei denn, ich wechsle für diese simple Operation jedes Mal ins Frei-Transformieren-Werkzeug: Auch wieder ein umständlicher Zwischenschritt.

Insbesondere eine eventuell voreingestelle Kontur ist, die Praxis zeigt es Tag für Tag, gefährlich: Haben wir rausgezoomt und die Kontur steht auf «Schwarz 1pt», sehen wir nicht mehr deutlich, was wir gemacht haben: Solche Rahmen unterscheiden sich bei kleinem Zoom kaum von Rahmen, die keine Kontur haben. Es sei denn, wir wechseln in die Vorschau-Ansicht: Schon wieder ein umständlicher Zwischenschritt.

Ich habe bislang erst eine einzige, äusserst exotische, mit Sicherheit sehr, sehr seltene Situation entdeckt, in der fürs Konstruieren von Rahmen dieses «nicht durchgeixte» Rahmenwerkzeug tatsächlich förderlich ist.

Was aber tue ich, wenn ich eben doch sofort Flächen- und/oder Konturfarbe haben will?
Diese Frage macht nur Sinn, wenn es um mehrere, viele Rahmen geht. Und in diesem Fall arbeitet man mit ganz anderen Methoden – nicht mit dem semi-händisch einzustellenden «nicht durchgeixten» Rahmenwerkzeug. Sie bleiben stattdessen im «durchgeixten», neutralen Rahmenwerkzeug, legen aber nun Objetstile an, die Sie diesen Rahmen verpassen, packen das Ganze evtl. in eine Bibliothek, exportieren es als Snippet: etc.: Dinge, die in unseren Advanced-Kursen ausführlich behandelt werden.
Keine Nutzung also des «nicht durchgeixten» Rahmenwerkzeugs. Es ist, zumindest für Anfänger, absolut tabu. Es ist fürs erste überflüssig wie ein Kropf.

Warum ich das so scharf formuliere? Weil ich Widerspruch provozieren will. Wer benutzt das Rechteck-Werkzeug? Und warum?

Übrigens: Powertipps und spannende Diskussionen über InDesign gibt’s auch in meinem InDesign-Inside-Kurs. Aber Achtung: nur für InDesign-Profis! Einzelheiten zum Kurs:
>> http://www.smi.ch/anmeldung/layout-prepress.html

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