Archive for iPhone

Die IFRA EXPO ist die führende internationale Messe für die Zeitungs- und Medienindustrie. Unser Gast-Referent und -Buchautor Georg Obermayr sandte uns einen kurzen Bericht:

«Die IFRA Expo in Hamburg war in diesem Jahr besser besucht als die letztjährige Messe in Wien. Die meisten interviewten Aussteller zeigten sich zufrieden über qualitativ hochwertige Gespräche. Auch der Media Port, an dem jeweils über den ganzen Tag hinweg in Referaten aktuelle Fallstudien und Zukunftsstrategien vorgestellt wurden, war beim Fachpublikum sehr gefragt.

Dieser hohe Zuspruch mag auch am aktuellen «Fetisch» der Branche liegen: dem Tablet. Besonders in der Halle mit den Publishing- und Vorstufen-Systemen gab es kaum einen Stand, an dem nicht auf einem iPad getoucht wurde.  Auch bei den Herstellern von Steuerungs- und Management-Systemen gehört es mittlerweile zum guten Ton, neben der klassischen Desktop-Anwendung auch eine mobile Version in App-Form anzubieten.

Bei der Aufbereitung von Inhalten für das Tablet scheinen sich zwei grosse Entwicklungslinien herauszukristallisieren: Der sehr designorientierte Ansatz etwa von Woodwing (meist integriert von A+F) und der inhaltsgetriebene, automatisierte Ansatz (etwa von Codesco), beispielhaft umgesetzt bei der App des «Spiegel». Jeder Ansatz hat seine Stärken und Schwächen …
Ganz zu schweigen davon, dass die Fragen nach Geschäftsmodellen und «dem-Geld-verdienen» bei dieser höchst dynamischen Marktentwicklung weiterhin umstritten bleiben.»


Anmerkung der SMI:
Der Begriff «Tablet-Publishing» für das Produzieren (zumindest von zeitungsähnlichen, aber meist auch schon generell) von Inhalten für iPad und iPhone scheint seit der IFRA und der Frankfurter Buchmesse nun zu dem Oberbegriff der neuen Medientechnologie geworden zu sein: auf Print- und Web-Publishing folgt nun also das Tablet-Publishing.

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In den letzten paar Wochen ist einiges passiert. Hier die wichtigsten Kurznews:

- Die Adobe-Kurse der SMI laufen ab sofort auf Adobe CS5. Ein idealer Zeitpunkt, sich jetzt fit zu machen in CS5. Zum Beispiel mit unserem InDesign Upgrade-CS5-Kurs. Oder wenn Sie noch mit CS3 und älter gearbeitet haben unser 2-Tages-Upgrade-Plus!-Kurs.

- Die Apps-Kurse stossen auf sehr grosses Interesse. Wir bieten ab Juli Basis- und Advanced-Kurse an. Informieren Sie sich über die Möglichkeiten und die konkreten Umsetzung von iPhone- und iPad-Apps. Infos hier: www.smi.ch

- So langsam ist auch ein wachsendes Interesse an Webmarketing, Google-Optimierung, Web 2.0-Marketing zu spüren. Unser umfassendes Webmarketing-Angebot finden Sie hier: www.smi.ch/anmeldung/internet.html



Unter dieser Digitaluhr hat Adobe die Veröffentlichung einer neuen «Creative Suite» angekundigt: die fünfte Version dieses Programmbündels seit 2003. Auguren erwarten von den «CS5»-Programmen erneut zahlreiche Verbesserungen, aber auch neue Programme selbst.

Weltweit auf ihren Weg gebracht wird die CS5 am Montag, 12. April, 17 Uhr (Sommerzeit Zürich/Wien/Berlin) über eine halbstündige Online-Präsentation, die jeder verfolgen kann: Nur rechtzeitige Registrierung ist erforderlich und pünktliches Einloggen. Adobe empfiehlt, mindestens eine Viertelstunde vorher online zu sein.

Neugierigen hatte der Konzern in den letzten Wochen schon kleinere Einblicke gewährt in seine Software-Schmiede: U.a. soll in Photoshop die Bildverarbeitung deutlich vereinfacht worden zu sein.

Auf besonderes Interesse stösst die Creative Suite 5 bei InDesign-Anwendern. Zu Veranstaltungen deutschsprachiger Adobe InDesign User Groups haben sich inzwischen Hunderte von Interessierten angemeldet. Leider konnte die InDesign User Group «Switzerland» nicht so schnell reagieren wie sonst. Aber vielleicht findet der eine oder andere unserer Leser den Weg nach München oder Stuttgart oder lebt in der Gegend von Essen oder Köln.

Highlight der lokalen Veranstaltungen: der Auftritt von Rufus Deuchler, lange Zeit hauptamtlich bestallter Adobe-«Evangelist» und nun als «Freier» für Adobe unterwegs.

Links zu den fünf Veranstaltungen

Weltweit: 12. April 2010, 17 Uhr CET (frühzeitiger Login bis spätestens 16:45 Uhr empfohlen)
München: 12. April 2010, 18 Uhr (Designschule München)
Stuttgart: 13. April 2010, 18:15 Uhr (Hochschule der Medien)
Essen: 14. April 2010, 18 Uhr (Berufskolleg Ost)
Köln: 15. April 2010, 18 Uhr (KAP Forum für Architektur / Technologie / Design)

Nähere Einzelheiten auf den jeweiligen Websites; Registrierung erforderlich, Anmeldung schon jetzt möglich.
Besucher der Stuttgart-Veranstaltung kann ich persönlich begrüssen.

Misston aus Cupertino

Begleitet wird Adobes CS5-Launch von einem Misston aus Cupertino (Apple). Bekanntlich duldet Apple das Flash-Format von Adobe nicht auf iPhones und iPads. Man munkelt, der Konzern wolle damit verhindern, dass auf diese Weise «Meta-Plattformen» ins Spiel kommen, die entsprechende «Apps» allzuschnell auch auf Google-Smartphones oder -Tablet-Computern auftauchen lassen – und eher nach Kompatibilitäten schielen statt auf perfekte Anpassung an Apples Betriebssytem.

Adobe reagierte mit einem Compiler innerhalb der Flash-Software, die diese Beschränkung umgehen sollte: Auch er soll am 12. April offiziell vorgestellt werden. Apple verpflichtet nun alle Entwickler von iPhone- und iPad-Software per Vertrag, die Nutzung solcher Softwares zu unterlassen. (Quellen: New York Times, John Grubers Daring Fireball-Blog).

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Fast dachte ich, nun sei alles gesagt zum 27. Januar 2010, dem Tag, an dem Apples CEO Steve Jobs seinen Gästen und der Welt Apples Tablett-Computer, das iPad vorstellte. Zahllos die Kommentare, doch überschaubar das Spektrum der Resumées.
Allen Kommentaren war – mal zurückhaltend, mal enthusiastisch – ein Dreisatz gemein:

  • Mit dem iTunes Store krempelte Apple (bzw. Apples Chefdesigner Jonathan Ive) die Musikindustrie um.
  • Mit dem iPad entsteht der iBooks Store: eine Apple-eigene Verkaufsplattform für das digitale Buch.
  • Also werde das iPad die Verlagsindustrie umkrempeln.

Das wird es in der Tat. Zwar gibt es noch Unwägbarkeiten: Via diskretem Ohrstöpsel vom iPod «Like A Rolling Stone» starten, in S-Bahn, Flugzeug und Wartehalle, ist eine Sache. Bestaunt von Mitreisenden und Mitwartenden in einer knapp A4-grossen, aluminiumgefassten Glassscheibe den «Fänger im Roggen» aufschlagen, eine andere.

In beiden Lesewelten werden wir zuhause sein

Vermutlich wird man seinen iPad-Konsum anfangs vor allem in den eigenen vier Wänden zelebrieren. Vermutlich werden viele sowieso hin- und herwechseln: zwischen dem warmen, nach Druck und Papier duftenden Regal-Buch, mit all seinen Griffspuren, seiner Patina, seinen Lese- und Erinnerungszeichen, und der eher kühlen, um nicht zu sagen kalten iPad-Glasscheibe in ihrem Aluminiumgehäuse. Egal, wie ansprechend die LED-getriggerte Bedienoberfläche auch sein wird: Vieles wird man weiterhin analog lesen, anderes schon sehr schnell digital.

Bücher, von denen wir von Anfang an ahnen: «Das lese ich sowieso nur ein einziges Mal», und solche, die uns ein ganzes Leben begleiten, standen bislang Rücken an Rücken im Regal. Jetzt könnte man ausmisten und nur noch das mitschleppen beim nächsten Umzug, was wirklich dauerhaft Begleiter sein soll. Alles andere: digital, «auch bei Leuten, die sich nicht für Computer interessieren» (Patrick Bernau, FAS, 31. Januar 2010).

Überhaupt, der Transport. Ich zum Beispiel gehöre zu der sicher nicht seltenen Spezies, die es partout nicht hinkriegt (und wohl auch gar nicht hinkriegen will), linear ein Buch nach dem anderen zu lesen. Stattdessen gibt es bei mir immer mehrere, in die ich meine Nase stecke. Reise ich aber (und ich reise viel), kann ich aus Vernunftgründen meist nur eines mitnehmen: der Gewichte wegen.

Hingegen drei, vier Bücher gleichzeitig im Zugriff, zum Preis von ca. 700 Gramm? Der Krimi, das philosophische Werk, die beiden Fachbücher? Das hätte was. Beziehungwweise, nun ist es ja so weit: Das hat was. Und das werden viele, viele Lesende schnell als Vorzug geniessen und nicht mehr missen wollen. Kleine Umgewöhnungszeit für alle – und dann ist das Thema durch. Wie fremd waren uns noch vor wenigen Jahren die ohrverstöpselten Menschen? Heute ist das kein Thema mehr (solange die Stöpsel höflich schalldicht sind).

Das OpenSource-ePub-Format: Neuer Standard

Thema also – im Grossen und Ganzen durch? Ein neuer Wurf von Apple – und damit klar, wie die neue, zusätzliche Lesegewohnheit ausschauen wird? So dachte ich. Und wandte mich wieder meinem Fachgebiet zu: der Adobe-Software InDesign, die ich unterrichte.

Ich stattete mal wieder dem wichtigsten Blog meiner kleinen Fachwelt einen Besuch ab: InDesignSecrets.com von David Blatner. Und stiess auch dort, es war ja zu erwarten, zuerst auf einen iPad-Beitrag.

Nicht uninteressant: Denn Davids Ko-Autorin Anne-Marie Concepcion weist dort auf ein kleines, aber feines Detail der Angelegenheit hin, auf das ePub genannte Dateiformat, das Apple zum Standardformat erkoren hat für Bücher in seinem iBooks Store. Für Nicht-Fachleute: Das ePub-Format ist Open Soruce, also ein offenes Format, das niemandem (bzw. allen) gehört. Im Gegensatz zu sogenannten «proprietären» (in Besitz befindlichen) Formaten: mit denen z.B. Amazons Kindle nur klarkommt.

Wer die Keynote von Steve Jobs noch nicht gesehen hat: Fünf mächtige Verlage sind vom Start weg im iPad-Boot: Penguin (zweitgrösste Verlagsgruppe der Welt), Simon & Schuster (sorgte 2000 für Schlagzeilen, als sie Stephen Kings «Riding the Bullet» ausschliesslich als E-Text herausgaben), HarperCollins (Rupert Murdoch), die Hachette Book Group (gehört dem grössten Verlag Frankreichs) und Macmillan (Holtzbrinck). Alle anderen werden folgen: Es wäre für Verlage selbstmörderisch, sich hier abzusondern.

InDesign aber «kann» das ePub-Format: Datei-Menü > Für Digital Editions exportieren…. Also, dachte ich, lies doch mal die Kommentare. David Blatners Blog gilt als erstklassig und hat eine grosse Lesergemeinde; wer sich dort zu Wort meldet, überlegt sich (meist) zweimal, was er sagt und wie er’s sagt. Die Kommentare enthalten also oft ebenso viel verwertbaren Inhalt wie die Beiträge selbst.

Das Filmbuch ist da

Einer der Kommentare – er stammt von Anne-Marie selbst – verwies auf einen Blog-Post der Los Angeles Times. Dort beleuchtet Carolyn Kellogg das Thema erneut. Ja, eine gute Zusammenfassung. Der elektrisierende Schlag aber traf – zumindest mich – im drittletzten Absatz. Und den möchte ich Ihnen im Wortlaut zu Gemüte führen. Denn ich denke: Was hier gesagt wird markiert die Geburtsstunde eines neuen Mediums. Genauer: Es geht um die Neuerfindung des Buchs. Carolyn Kellogg spricht anfangs Gizmodo an, ein prominentes, Technik-orientiertes Weblog. Sie schreibt:

«In dem Gizmodo-Video, das uns zeigt, wie man auf dem iPad Bücher liest, weist Jobs darauf hin, dass das iPad auch Farbfotos und Video verarbeiten wird. Video in einem Buch? Das wäre in Lehrbüchern nützlich – zum Beispiel fürs Kochen oder Gärtnern. Aber es für die Belletristik und für das Sachbuch – wäre das revolutionär . Welch ein aufregender Gedanke – der Einsatzes von Video in einem Roman! Wie wird das ausschauen, im Detail? Und wenn man Video und Bilder in den Text einbauen kann und dann einen e-Reader benutzt – wie lassen sich Bücher dann noch von Webseiten unterscheiden? Beginnt sich das, was wir uns unter einem ‹Buch› vorstellen, zu wandeln?» Doch dies sei eine Frage für einen späteren Zeitpunkt. Fast wie Michael Ende in seiner «Unendlichen Geschichte», wo es am Schluss ebenfalls heisst: «Doch das ist eine andere Geschichte, und die soll ein andernmal erzählt werden.»

Unendliche Geschichte, neu erzählt

Nein. Die Geschichte wird jetzt erzählt. Kennen Sie «Unendliche Geschichte»? Es handelt von einem etwas vereinsamten und kontaktscheuen Jungen, der sich gern auf den Speicher zurückzieht, zum Lesen – und dort eines Tages auf ein merkwürdiges Buch stösst, das so ganz anders anmutet als jedes andere Buch zuvor. Sein Gespür trügt ihn nicht. Denn als er zu lesen beginnt, wird er buchstäblich ins Buch hineingezogen – bis er sich als Bestandteil der Geschichte im Buch selbst wiederfindet.

Das Buch wurde mehrfach verfilmt, unter anderem von Wolfgang Petersen. Thienemanns, der Verlag, erlaubte der Illustratorin Roswitha Quadflieg ein – wie die Verkaufszahlen später zeigen sollten, äusserst erfolgreiches – Experiment und liess die eigentliche Buchgeschichte grün und die Geschichte in der Geschichte, das Erleben des Jungen Bastian Balthasar Bux, in Rot drucken: im gleichen Buch.

Nun stelle man sich dies abgewandelt vor: ein Buch, das wir (digital) aufschlagen, um zu lesen, das sich aber plötzlich dann noch einmal öffnet wie ein Film, und wir versinken in Bildern, Tönen, Farben: bis sich der Film nach zwei, fünf oder zehn Minuten wieder schliesst und es mit dem Text weitergeht.

Wer Avatar gesehen hat, der weiss: Die Industrie wird sich solche Gestaltungsmöglichkeiten niemals entgehen lassen: die Industrie nicht, und die Künstler ebenso wenig. Das Buch, das man via CD oder DVD hören kann, das Hörbuch, haben wir schon lang, das Bilderbuch schon sehr viel länger. Das neue Medium, dessen Geburt wir jetzt verfolgen können, wird das Filmbuch sein.

Ansätze dazu gibt es schon lange und in grosser Zahl. Aber bislang benötigten sie meist einen PC. Ich denke nur an die wunderbaren Computerspiele um den geheimnisvollen Kontinent Myst. Jetzt genügt eine schlichte Glasplatte: auf der wir stundenlang in solchen Geschichten lesen können – und, wenn das Buch/der Film/der Lesefilm gelungen sind, uns auch stundenlang umschauen und umhören können.

Ob das den einen oder anderen wegzuziehen vermag vom belangslosen Chat, vom narzistischen Getwittere, vom Ballerspiel oder der 1001. «Tatort»-Folge? Meinen Segen hätte das.

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Ich hab’ sie wieder aufgelegt: Bob Dylans 67er-Platte Highway 61 Revisited. Der Opener: Like a Rolling Stone. Keine Hymne an die Band Brian Jones’ und Mick Jaggers: Die fanden nur selbst das Bild des rolling stone, des Kieselsteins, als passend für sich, für eine Generation, was immer. Steine im Flussbett.

Dreimal spielte Apples CEO Steve Jobs in seiner iPad-Keynote Dylans Like A Rolling Stone an: zu Beginn, in der Mitte, am Schluss. Und das wirkte zunehmend wie die Umwertung der Werte. Standen die 68er nicht für Befreiung von Konsumdruck und Bevormundung durch Werbung und Industrie? Der rolling stone war kein Ideal, sondern abschreckendes Beispiel: «Lass Dich nicht treiben.» Das Deutsche sagt «Sei kein Fähnchen im Wind Mitläufer».

Das iPad ist Verkaufsplattform

Doch Apples iPod nahm, als iTunes-Lieferant, mit inzwischen 250 Mio. Käufern den Zubringer zum Konsum-Highway. Das iPhone mit seinen inzwischen 150.000 «Apps» genannten Progrämmchen, die es so bunt und vielseitig machen, fädelte sich auf dem Highway ein: animierte 3 Milliarden Mal zum Kauf eines solchen «Apps». Das iPad aber geht auf die Überholspur und gibt nun richtig Gas.

Es lädt ein: wieder mit iTunes zum Kauf von Musik, wieder mit App Store zum Kauf kleiner und grösserer Anwendungen, nun aber auch mit iBooks zum Kauf digitaler Bücher, und als Zeitungs- und Zeitschriften-Reader für die tägliche Informationsdosis. Erster Partner: die New York Times. Abgewickelt wird das ganze erneut über Kontrakte mit den Big Playern der Kommunikationsidustrie: zum unbegrenzte Download aller Herrlichkeiten dieser Welt. In den USA via AT&T für schlappe $ 29,99 Dollar den Monat.

Die drei iPad-Basis-Softwares unseres digitalen Lebens – Textverarbeitung (Pages), Präsentation (Keynote), Rechenblatt (Numbers) – sind ebenfalls kostenpflichtig. Knapp zehn Bucks pro Stück: das ist fast «geschenkt» angesichts der Tatsache, dass sie irgendeinem Microsoft-Produkt Lichtjahre voraus sind. Wahrscheinlich uneinholbar voraus. Das Bundle der Drei heisst bekanntlich «ich arbeite», iWork. Man kann das auch so übersetzen: Ich funktioniere.

Und der Kern der Botschaft? Der Preis.

Die häufigsten Worte in Apples Präsentation waren zwar «iPad», «amazing» und «easy»: Das wichtigste Wort aber war «the price».

Schon das iPhone war, obwohl auch Gebrauchsgegenstand, vor allem dies: Verkaufsplattform. Auch das iPad wird wieder Menschenwellen in die mittlerweile 284 glitzernden Apple Stores spülen (Jobs: «phenomenal buying experience», 50. Mio. Besucher zählten laut Jobs die Geschäfte allein im letzten Quartal). Aber vor allem das Geschäft mit Musik (iTunes), Literatur (iBooks), Games und Tools (Apps) in neue Höhen schrauben.

Darüber hinaus aber definiert das iPad den Umgang mit den Wort-Medien neu. Es ist ein handheld computer, gewiss. Aber genauso ist es ein handheld Kaufhaus – für Bild, Ton und nunmehr Information.

Insofern passt das Bild vom Kieselstein vielleicht doch: Wenn ihr schon nur Mitläufer seid, dann lasst euch wenigstens auf die bequeme Tour mittreiben. Wenn wir euch schon am Konsum-Wickel haben, dann sorgen wir zumindest dafür, dass es euch Spass macht dabei.

Gefahr …

Kieselstein-Apple ist schon jetzt, wie Jobs seinen Anteilseignern vorrechnete, der grösste Mobilgerätehesteller der Welt: wenn man die MacBooks zu den Mobilgeräten dazuzählt. Vor den Giganten Sony, Samsung, Nokia. Das iPad aber ist das neue Mobilgerät. Nicht zuletzt wurde während der Keynote die eigentliche Katze erst ganz zum Schluss aus dem Sack gelassen: Das Gerät wird mit einem Dock angeboten (das es zum Standmonitor macht) und besitzt einen kabellosen Anschluss für eine Tastatur: kann also wie ein Notebook bedient werden.

War man bei Amazons Kindle schnell mit Kritik bei der Hand – beschränkter Zugang zu den Bibliotheken in Europa, «kann nur eBooks», zu enge Bindung an Amazon –, wird das Verbraucherurteil übers iPad lauten: That’s it. Zwar ist es 150 g schwerer und 3 mm dicker als Amazons Kindle. Aber es besitzt ein hochbrilliantes Farbdisplay (Kindle: 16, in Worten: sechzehn Graustufen …), kann browsen, mailen, spielen, organisieren (Adressbuch, Kalender), kann alle Bilder, alle Musik, alle Information verwalten – und synchronisiert sich am Ende eines schönen iPad-Tages mit iPhone und PC.

Jetzt wird niemand mehr, der noch bei Verstand ist, ein Kindle kaufen. Das iPad ist nur zehn Dollar teurer, hat aber Container-Ladungen an prall gefüllten Nikolaus-Säcken an Bord. Die vielen Süssigkeiten kosten zwar – doch who cares? Man ist ja brav und kauft. Und kriegt sie also alle. Kein Wunder, dass FAZ-Mitherausgeber Frank Schirrmacher, Computer-Nutzer wie Computer-Kritiker («Payback») heute im DeutschlandRadio von einer «Zäsur» gesprochen hat – aber auch von der Gefahr, dass Apple nunmehr zum «grössten Verleger der Welt» werden könnte.

Ibrahim Evsan, Social Media-Experte, auf FAZ.NET: «Apple ist der neue Gatekeeper. Es geht um alles.»

… oder Chance?

Buchverlage bieten ihre Bücher noch nicht für iBooks an? Gemach. Die kommen. Nicht die Verlage bestimmen mehr, wo es digital langgehen wird – hier hat nun Apple das Sagen, und vorerst nur Apple. Auch das entsprechende Kapitel der Musikindustrie wurde von Apple geschrieben – und zugeklappt (iTunes).

Und die Verlage von Zeitungen und Zeitschriften? Schaut euch an, wieviel CDs und Vinyl heute noch verkauft werden – und womit die Musikindustrie, sofern man/frau sie nicht verschlafen liess, ihr Geld heute verdient. Gleiches kommt nun auf die Produzenten von Nachrichten zu. Es wird Frühling, und die Samen gehen jetzt sehr, sehr schnell auf. Noch einmal Schirrmacher: «Ich sehe die FAZ ohne Zweifel auf dem iPad.»

Ein stummer Zeitungsfrühling blüht (ok, das iPad hat eingebaute Umblättergeräusche), die Zeitungs-Rollen rollen aus, gerade mal, dass manches Papier, digital und lokal gedruckt, als persönliche Morgenpost per Fahrradkurier den Frühstückstisch erreicht (niiu). Allenfalls, wie Schirrmacher bemerkt, könne dem Papier die Funktion einer Antwort zukommen auf all die «profilierenden» E-Dienste: Wer Gedrucktes liest, kann nicht beobachtet werden.

Was folgt daraus für die Welt des Publishing? Früher hätte man den Verlegern alten Schlages vielleicht gern gesagt: «Schaut euch um nach warmen Sachen.» Heute muss die Botschaft lauten: «Zieht euch warm an.»

Jedenfalls: Wer einmal pro Woche ein gedrucktes Magazin kauft für sieben, acht Franken, gibt im Jahr 100 Franken aus: nur für dieses eine Magazin. Für wenig mehr, Kaufpreise auf vier Jahre hochgerechnet, bekommt man ein iPad und das deutlich herabgesetzte Magazin – und hat den Nikolaus-Container obendrauf.

Für die Künstler, die Schriftsteller, die Medien – für die wird es nicht eng. Die Menschen dürsten immer noch nach Neuem, nach Ungesehenem, nach Unbekannten. Nur für die, die das Neue auf alte Weise weiterverarbeiten durften («veredeln», wie man im heutigen Sprachgebrauch noch immer gerne zu sagen pflegt), für die wird es eng. Highway ’10 ist eingeweiht. Führt an den sich digital gebärdenden, aber doch nur analog ausliefernden Weiterverarbeitern vorbei.

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Sep
05

iPhone-Tipp 04: kleine Dinge…

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Kleine Dinge machen ja bekanntlich oft das Leben einfacher. Darum diesmal einige Kurztipps – vielleicht kennen Sie die schon, aber vielleicht auch nicht… :-)

Hier also drei kleine, feine Kurztipps:

-> 1. Scrollen an den Seitenanfang: Sei das in Safari, aber auch in jedem anderen Menü: ein Tipp auf die Titelleiste bringt Sie immer schnell an den Seitenanfang (Sie ersparen sich das mühsame scrollen nach oben…)<-


-> 2. Bilder von Safari speichern: Tippen Sie auf ein Bild und bleiben Sie etwas auf dem Bild. Dann erscheint ein Menü und Sie können wählen, ob Sie -Sichern- oder -Abrechen- möchten. Nach dem Speichern finden Sie das Bild in Ihrem Bildordner. Sie können dann dieses Bild auch zu Ihrem iPhone-Hintergrund machen.<-

-> 3. Kommen wir zum Punkt: Wenn Sie eine Mail, ein SMS oder eine Notiz schreiben auf der iPhone-Tastatur und Sie die Space-Taste (Leerschlag) doppel-tippen, wird automatisch ein Punkt und ein Leerschlag gesetzt. Und ist somit bereit für den nächsten Satz….<-

Kategorien : iPhone-Tipps
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