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simplify-your-indesignTabelle ist eines von InDesigns Bedienfeldern, das viele Anwender für überflüssig halten: Zeigt doch die Steuerung Tabelleneigenschaften auch.

Stimmt: wenn eine Zelle als Zelle markiert worden ist (Esc-Taste). Blinkt jedoch nur der Cursor in einer Zelle, zeigt die Steuerung keinerelei Tabelleneigenschaften mehr.

Zur Demonstration dieser Aussage habe ich im Bedienfeld der Steuerung via Anpassen nur die Tabellen-Attribute aktiviert.

Die Steuerung zeigt, wenn der Cursor in einer Zelle steht, gar nichts mehr an – wohl aber immer noch das unterschätzte Bedienfeld Tabelle:

In loser Folge durchstreifen wir InDesigns 44 Bedienfelder (bitte klicken). Die Ziffern zeigen, in welcher Folge dieser Serie ein Bedienfeld behandelt wird. Die Serie ist kein Hilfe-Ersatz. Dafür gibt es unsere Kurse, gibt es Fachbücher und im Internet Fachartikel en masse. Sie ist vielmehr ein entspannter Streifzug mit Hinweisen auf versteckte Kleinigkeiten: die man im InDesign-Alltag gern übersieht.

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simplify-your-indesignTabellenformate in InDesign sind mächtig: Korrekt aufgebaut, gelingt mit ihnen die Formatierung selbst komplexer Tabelle mit wenigen Klicks – ohne Fremdmittel à la SmartStyles.

Allein schon die standardmässig angebotene 1-pt-Kontur zwischen allen Tabellenzellen lohnt, ein Tabellenformat vorzuhalten, das diese hässlichen Zeilenkonturen entfernt (zum Vergrössern bitte klicken; für Spaltenkonturen analog).

Und auch das meist überflüssig-hässliche Rähmchen um die ganze Tabelle herum erschlagen Sie mit dem Tabellenformat: Setzen Sie dazu die Konturstärke des Tabellenrahmen auf Null: im Dialog Allgemein.

Abweichende Einstellungen der Konturen sind dann Aufgabe von Zellenformaten.

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simplify-your-indesignIn diesem Bedienfeld – schon gemerkt? – fehlt etwas: der Knopf Auf Basis zurücksetzen. In allen anderen Format-Bedienfeldern leistet diese Schaltfläche hervorragende Dienste: gelingt es mit ihr doch, Formate 1:1 auf ddas zugrundeliegende Format («Basiert auf») zurückzusetzen. Bei den Zellformaten hat man das wohl vergessen.

Was also tun, wenn Sie Zellformate voneinander abhängig machen und dabei auf die jeweilige Basis zurücksetzen wollen? Sie müssen einen Umweg gehen: Legen Sie ein frisches Zellformat an, das Sie erneut vom gewünschten Basis-Format abhängig machen. In dieser Situation ist es erst einmal ein 1:1-Duplikat der Basis.

Anschliessend das alte Format löschen und, falls eine Rückfrage kommt, das neue Format als Ersatz anbieten.

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indesign_icon_klDetlev Hagemanns XPress-Aufgabenstellung vom 18. Juni interessiert auch den InDesign-Anwender: Wie stelle ich Indizes und Fußnoten in einer tabellarischem Umgebung raus aus der Zahlenkolonne?

Ausgangssituation:

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Gewünscht:

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Die InDesign-Lösung: Wir richten die Zahlen der 2. Spalte an einem unsichtbaren, fast dimensionslosen Satzzeichen aus und stellen etwaige nachfolgende Zeichen dahinter.

Erster Schritt: Vor das störende Zeichen (hier: *) einen senkrechten Strich einfügen (Mac: Alt+7; WIN: Alt+0124 auf dem Zehnerblock).
Zweiter Schritt:
Wir rufen die Tabulatoren-Palette auf und markieren den entsprechenden Tabulator.
Dritter Schritt:
Dezimal-Tab-Symbol anklicken (das vierte Symbol von links).
Vierter Schritt: In das Eingabefeld «Ausrichten an» den senkrechten Strich eingeben. Tabulatoren und Satz sehen jetzt so aus:

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Merke: Findet der Dezimal-Tab das Ausrichten-an-Zeichen nicht, arbeitet er wie ein rechtsbündiger Tab!

Fünfter Schritt: Zeichenformat mit Farbe «[Ohne]» und Schriftgrrösse 0,1pt definieren. (Ich habe meins «z_mini_unsichtbar» getauft.)
Sechster Schritt: GREP-Stil mit diesem Zeichenformat einrichten: fixiert auf den senkrechten Strich (Backslash voranstellen, sonst versteht GREP nicht, was wir wollen).

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Zum Überprüfen des Textes empfiehlt sich, den Bearbeiten > Textmodus einzusetzen: Hier sieht man das stoppende Zeichen in voller Pracht.

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Nachtrag: InDesigns GREP-Stil würde auch erlauben, einen für späteren Textexport vielleicht günstigeren Leerschlag (oder jedes beliebige andere Zeichen) als Stopper zu definieren. Dann allerdings sähe die GREP-Stil-Formel anders aus, da sie sich explizit auf Spalte 2 beziehen müsste.

Nachtrag 2: Muss die Tabelle nicht für unterschiedliche «Herausstehzeichen» vorbereitet sein (Sternchen oder Index oder Masseinheit etc.), ist das herausstehende Zeichen, in Vereinfachung der eingangs gestellten Aufgabe also immer das gleiche, dann braucht es ein zusätzliches, unsichtbares Ausrichtezeichen nicht. Sondern: Man richtet, Wolf Eigner wies im Kommentar darauf hin, direkt an diesem Zeichen aus. Weil: Die Ausrichte-Position ist identisch mit der linken Kante des Ausrichtezeichens. Fehlt das Zeichen im Text, richten sich in unserem Beispiel die verbleibenden Ziffern gleichwohl korrekt aus. Im Bild (man beachte die Positionslinie, die InDesign zeigt, wenn man eine Tabulatorposition klickend festhält):

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Feedback? Immer gern!

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id6_iconSo arbeiten viele Magazine und Zeitungen: In leeren Textrahmen und Tabellenzellen wird formatiert. Rahmen oder Zellen werden in eine Bibliothek gepackt. Der Layouter holt sich später gewünschte Elemente aus der Bibliothek zurück – und freut sich, dass Schrift, Schriftgrösse, Zeilenabstand etc. schon fertig eingerichtet sind. Das funktionierte klaglos – bis CS3.

InDesign CS4 jedoch wurde vergesslich: Werden dort leere (!) Textrahmen und Zellen in Bibliotheken gepackt oder als Snippet oder InDesign Markup Language-Datei (IDML) exportiert, geht die Textformatierung verloren: Absatzformat, Zeichenformate, manuelle, formatlose Formatierungen – alles weg. Stattdessen arbeiten in allen leeren Zellen und Rahmen genau die Eigenschaften, die der User sieht, wenn nichts aktiviert ist: die typografischen Grundeinstellungen seines Dokuments.

Wurde mit Zellenformaten gearbeitet, bleiben diese wenigstens erhalten – und bringen auch «ihre» Absatzformate wieder mit. Nur: Angewandt sind die Absatzformate nicht mehr.

All das ist nicht nur ärgerlich, sondern gefährlich. «Ich schicke Dir die Bibliothek – die leeren Rahmen dort sind schon alle vorformatiert»: funktioniert so nicht mehr.

Workarounds: Bis Adobe diesen schlimmen Fehler korrigiert hat, haben Sie drei einfache Workarounds zur Wahl:

  • Stellen Sie vorher in die Rahmen und Zellen etwas Text. Denn: Formatierte Zeichen verlieren ihr Formatgedächtnis nicht. Es genügt schon ein Leerschlag, der aber vielleicht übersehen wird. Deshalb lieber etwas wie «Xxx» oder, sehr ordentlich, ein Hinweis auf das arbeitende Absatzformat: «Titel 18 pt», «Grundschrift ohne Einzug», usw.. Oder:
  • Verpassen Sie den leeren Rahmen vorher einen Objektstil, der das gewünschte Absatzformat aufruft (funtkioniert natürlich nicht bei Zellen). Oder:
  • Erstellen und füllen Sie die Bibliothek in CS3 und öffnen Sie sie dann in CS4: ein Trick, den wir Ralf Hobirk verdanken. Heisst natürlich, dass CS4-spezifische Eigenschaften nicht in solch einer Bibliothek auftauchen können: beispielsweise Zeilenstile, GREP-Stile o.Ä. (Ralf Hobirk war es auch, der den Bug zum ersten Mal angesprochen hatte, auf HilfDirSelbst.)

Ich gehe davon aus, dass Adobe mit dem Bugfix nicht allzu lang auf sich warten lassen wird: InDesign-Guru David Blatner hat unseren Hinweis vorgestern aufgegriffen.

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Kommentare (2)


id5_icon_oflid6_iconInDesigns Zellenformat ist an zwei Stellen etwas zurückhaltend: Eingabemöglichkeiten für «Zeilen und Spalten», wie wir sie aus den Zellenoptionen kennen, bleiben aussen vor.

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Doch zumindest für die Zeilenhöhe gibt es einen sehr schönen Workaround.

Zuerst muss man wissen, wie denn InDesign die Zeilenhöhe im Zellenformat definiert: Richtig – es setzt an dieser Stelle wieder seine im Hintergrund lauernde Basis-Einstellung für Tabellen durch. Wenn man mal eine Tabelle ganz frisch und ohne Formate aufbaut, sieht man, was das bedeutet: Tabelle > Zellenoptionen > Zeilen und Spalten > Zeilenhöhe = Mindestens 1,058 mm.

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Aha, «Mindestens» also. Das heisst doch: Sowie an irgendeiner Stelle der Zelle ein «Mehr» angefordert wird, vergrössert sich die Zeilenhöhe auf den erforderlichen Wert. Gibt es nun etwas im Zellenformat, das dieses gewünschte «Mehr» an Höhe anfordern kann – so dass das Zellenformat eben doch gezwungen wird, eine vernünftigere Mindestgrösse anzufordern als diese «1,058 mm»? Ja, so etwas gibt es!

Werfen Sie mal einen Blick in die Karte «Text» des Zellenformats: Dort begegnet Ihnen wieder die «Erste Grundlinie». Und diese «Erste Grundlinie» können Sie nicht nur relativ zu Zeichengrössen oder Zeilenabstand bestimmen, sondern auch auf einen festen Wert zurren – genau, auf «Fixiert»! Wählen Sie hier «3 mm», wird die Zelle (und damit die Zeile) auf jeden Fall mindestens 3 mm hoch sein.

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Wenn Sie dann noch den «Zellversatz» oben und unten auf  1 mm stellen (damit die Unterlänge nicht in die nächste Zelle hineinragt), dann bekommen wir, was wir gesucht haben: eine Zeilenhöhe (hier von 3 + 1 + 1 = 5 mm), die wir im Zellenformat vorgeben können. Nur ein Zuviel an Text (oder plötzlich grössere Schriftgrade) vergrössern uns die Zeilenhöhe. Aber das ist so dumm erst einmal nicht. Plötzlich deutlich grössere Zeilenhöhen fallen sofort ins Auge, Übersatz hingegen, der die Folge einer «Genau»-Einstellung wäre, nicht in jeder Situation («Vorschau» oder das PDF – im schlimmsten Fall das Druckergebnis – zeigen ihn uns nicht.)